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Freitag, Juni 24, 2022

Ein Krug, ein Krug! Bäume... innen?

Grünes Schrittchen um grünes Schrittchen...

Ich weiß nicht, ich weiß nicht,
trotz der prekären Lage sind sie wieder alle so schnell da draußen,
FOMO herrscht (Fear of missing out).
Keiner gerne zuhause, man muss ja unbedingt von Event zu Event rasen,
immer noch mehr verdienen um...
NOCH MEHR RESSOURCEN zu verbrauchen?
Vor allem auch die eigenen?
Lebenskraft und -zeit mit Hinterherhecheln vergeuden?
So unnatürlich.
Und die Inflation scharrt mit den Klauen,
dem allen bald den Offenbarungseid zu geben.


Wie schön ist doch auch einmal so richtig quietschvergnügtes zuhause SEIN, finde ich da.
Darf man aber nicht haben, passt nicht zu all den Werbemedien,
die einen täglich gehirnwaschen wollen.
Nein, nach denen soll man schließlich mehr arbeiten, 
um mehr zu konsumieren, expandieren... huiiii!
Sonst EXISTIERT man glatt nicht?
Sonst... denkt man vielleicht zu viel nach?
Und da dachte ich glatt, ein wenig Pandemie hätte zu einem Umdenken geführt.
Pustekuchen.
Vielleicht ja die Inflation?
Arme Mama Natur und Mitgeschöpfe - die müssen die Lernresistenz ausbaden.
Führt dann wohl unvermeidlich in den Kampf um Ressourcen und Krieg,
der noch mehr Schöpfung ausradiert.
Und die Kreativität - im Kleinen, im Großen, im Alltag.
Da nicht zu kapitulieren, fällt mir schwer.
Mein Rüstzeug hiergegen sind meine Ideen - 
und die Kraft, die ich hieraus schöpfe, mich noch mehr mit etwas Unnennbarem zu verbinden,
das unsere derzeitige Welt nicht teilt.

Bei all meiner Begeisterung für meine neue Idee zu Mittsommer
hatte ich doch glatt erst einmal vergessen, ein paar Fotos zu machen -
daher springe ich gleich mitten hinein in mein kleines Abenteuer ;) 

So lange schon nämlich wünschte ich mir einen großen, alten, 
verwitterten Krug mit einem Baum darin.
Und Steinkrüge, die sind wirklich sexy, finde ich..., höhö.

DIE GRUNDÜBERLEGUNG

Ihr wisst ja, ich habe seit einiger Zeit ein wenig Wintergarten-Salon-Gefühle
 und mache mich nun Schritt um Schritt an die Umsetzung.

Hier gäbe es sogar die Möglichkeit, 
für eben dieses Unterfangen ein geeignetes und ausreichend großes Teil zu erwerben, 
nämlich einen riesigen Steinkrug -
in Laufnähe befindet sich das grandiose Le Marrakech mit vielen solchen Krügen.
Doch erstens wäre das teuer und zweitens haben wir hier Tollpatsche, 
die beim Staubsaugen sicher solch ein schweres Ding mal eben so zerteppern würden 
(nein, ich meine damit nicht mich;).
Ja, Tollpatsche, Maladroits, die in traumwandlerischer Sicherheit 
die einzig vulnerable Stelle des antiken Teils finden würden.
Und es würde umfallen, ein Fuß oder das Katerchen wären zumindest angequetscht... usw.

Auch das Schleppen eines solchen Kruges wäre mir zu viel,
bei einem Umzug erst würde er doch wirklich eine Herausforderung an einen sicheren Transport sein,
nein-nein, mais non,
schwer mag ich ja, aber doch SO schwer UND zerbrechlich nicht!
Dazu würde er uns die uralten Dielen zerkratzen...
Man könnte ihn zudem nicht einmal kurz wegziehen beim Putzen...
Also Fazit:
Zu teuer,
zu zerbrechlich,
zu schwer zu schleppen,
zu gefährlich,
bei eventuellem Umzug ein großes Problem mehr


DIE LÖSUNG

Aber wenn neuerdings schon Pflanzen in geflochtenen Körben chic sind...
dann doch auch in Pappmaché dura? Ohhh ja!
Ich lief heiß -
sah das Gefäß vor mir, zeichnete es auf und legte wie immer mit Feuereifer los und... 
vergaß daher, erste Bilder zu machen.
Entschuldigt...

DIE UMSETZUNG

So müsst Ihr Euch nun vorstellen,
der Boden mit 30cm Durchmesser sah aus wie eine unbelegte Pizza aus Pappe
Sie bestand aus zwei Schichten bestrichenen dicken, rund ausgeschnittenen Aquarellpapiers - 
dazwischen schob und verklebte ich die Laschen für die Seitenwände.
Ich matschte alles mit meiner klebenden Cartapesta dura zusammen,
dann folgten weitere "Stockwerke" der Seitenwände, 
die mit langen Verbindungslaschen mit dem jeweils unteren Stockwerk verbunden wurden.
Dann bestrich ich das ganze innen wie außen... immer wieder.
Wohl gezählte drölfzig Mal.

Ich glaube, das hat nun keiner mehr verstanden... oi?
Aber ich haaaab ja doch noch ein paar Entstehungsbilder gefunden...
Zumindest ab da.
Gut sind sie nicht, aber vielleicht könnt Ihr es Euch jetzt besser vorstellen?




Eine Schüssel war der Formgeber,
vorher hatte sie auch andersherum im Krug gelegen...
Die Cartapesta schrumpelt ja gerne,
daher die "Schüssel-Hilfe".
Ab einer gewissen Wanddicke schrumpelt dann nichts mehr.


Schicht um Schicht...
Trocknung um Trocknung...
Sehr wichtig war, dass ich viel Weißleim der Masse zugefügte,
dass es wirklich kleinflächig voran ging
und dass immer beide Seiten gleichzeitig eingestrichen werden,
sonst rollt es sich.


Und dann hieß es wie immer schleifen, schleifen, raspeln,
lassen, was gut war, wegmachen, was nicht,
nochmals die Übergänge bestreichen, sie unsichtbar zu machen
und die Oberfläche zu versiegeln,
nun hart wie Hartholz.


Schließlich noch anmalen und patinieren, die Oberflächenstruktur betonen...
Voilà!


Soll ja wirken wie eine Steinurne...
Das Teil ist überraschend schwer geworden,
ein kleiner Stapel Bücher sozusagen
(natürlich nicht einmal annähernd so schwer wie ein Steinkrug!),
doch wenn man es abstellt, macht es richtig "Klonk"!


Ich mag den dünnen Rand -
ein echter Steinkrug mit einer dicken Wulst sähe hier viel zu plump aus.
Ein weiterer Vorteil!
Und so konnte ich das Teil auch genauso herstellen, 
dass es perfekt in die dafür vorgesehene Nische passt.


Don Corleone und Caruso
Nun konnte das Bäumlein kommen - endlich!
Das war uns bald gar, als wäre eine Krippe fertig geworden!
Wir besorgten uns den Lieblingsbaum 
(ein Apfelbäumchen oder ein Olivenbaum geht innen ja leider ein, 
sonst hätte ich lieber das gehabt...)
und wählten zur Übung einen ganz kleinen, sehr günstigen Ficus Lyrata.
Ein Geigenfeigenjunges.


Da hatte ich sogleich Herzlein in den Augen, das kann ich Euch versichern!
Ich finde die sooo schön!
So... freudig, so kraftvoll und mit ordentlich Verve!
Machen Urlaubsstimmung...
Die reinsten Rocker.

Doch das Kleine... sollte nicht alleine sein.
Und das zweite Kerlchen musste sogleich vor dem Katerchen geschützt werden, 
da dies sich getriggert fühlte!
Sind giftig, diese Geigenfeigen..., wenn Katz hineinbeißt.
Dadurch, dass wir eine Pflanze mal eben hoch hängten,
kam mir dann eine schöne Idee.


 
Ursprünglich wollten wir die beiden ja gleich zusammenpflanzen. 

Doch ich habe gelesen, man sollte sie anfangs nicht zu sehr stressen,
weil sie ja schon den Standortwechsel verkraften müssen...
Sie seien wie alte Leute und wollen nicht zu viel Veränderung. 
Daher beschlossen wir, erst noch zu warten.
Namen bekamen sie natürlich auch, 
und will ich es hier auch très français, weil ich das so schön finde,
kamen mir andere Namen einfach in den Kopf und wollten nicht mehr weggehen - 
und die waren italienisch:
Don Corleone für den Standfesteren (rechts) und Caruso für den Höhenkünstler, 
der noch ohne Stammfestigkeit mal eben hochgeschossen war...
So blieben diese Namen - 
schließlich hat Frankreich ja auch eine Grenze zu Italien, n´est-ce pas??
Ach, hoffentlich kommen die beiden mit dem kleinen Lichteinfall dort zurecht...
Doch es dringt schon schön Licht hinein? 
Hier mal die Shutters von der anderen Seite am Morgen:


Schließlich bekommen die beiden ja von zwei Südfenstern Licht...
Was meint Ihr?

Wenn nicht, war es eben ein Versuch.

Das Innenleben

Also weiter, nun ging es ans "Interieur" des Kruges:
Wir hatten einen weißen Plastikeimer aufgehoben, 
eine Lieferung Badesalz war vor Urzeiten mal darin. 

Den konnten wir jetzt gut brauchen, 
der Krug war hierfür ohnehin "maßgeschneidert" worden...
Zur Lüftung gegen eventuelle Wurzelfäule kam mein Bohrer ringsherum zum Einsatz.


Den schwarzen Pott hier hatten wir auch zu diesem Zweck verwahrt...
Zu den drei großen Löchern bohrte ich noch die kleinen vielen.




Nun war hiermit die Höhe perfekt,
auch das war im Vorhinein geplant gewesen, als ich den Krug herstellte.
Oben auf kam "zur Tarnung" der Ring eines abgetrennten "Übertopfes" - 
wir hatten dies von einem Kerlchen auf unserem Balkon geklaut, 
höhö, das spart und schont Ressourcen...


Fällt doch kaum auf? Der Clematis ist das eh egal.

Für den zweiten, unerwarteten Geigenfeigenjungen aber musste nun ja auch etwas her - 
dies Flohmarktstück hier schien geeignet!


Erst Verputz aufgetragen...


Dann mit Kalkfarbe und ein wenig Weißlein zur Fixierung drübergerummelt.
Die Höhe überbrückte ich mit entlüftetem und leicht zu reinigendem Wasserauffang... 
Also wieder boooohren...
So dient es gleichzeitig auch als Luftbefeuchtung nach oben.
Wieder bohrte ich ringsherum...


Passt!


Und so... steht auch nicht so viel am Boden rum.



Hinten habe ich die Blechdose zweimal angebohrt und zwei Aufhängebügel durchgeschoben.
Der Deckel der Dose sitzt nun verkehrt herum unten dran,
der Deckelhenkel, hier unsichtbar, zeigt nach unten ;)


So. Das ist schön, finde ich.
Unerwartet und doch ein Statement, um das mal so hochtrabend auszudrücken.
Wie, das sieht aus wie "der schwebende Mülleimer"?
Da hänge ich ihn glatt noch höher.
Noch besser!


Sei´s drum, ich finde ja eher, 
es ist ein fulminantes Pendant zur Zinksäule gegenüber (aus dem letzten Post) geworden.
Es lockert zudem die Atmosphäre auf, ich will´s ja nun nicht zu gediegen.


Nun sehen wir mal - 
was habe ich denn bereits als Alternative zum "Blumentopf":
Eine Fensternische in der Küche, 
eine Zinksäule und ein unsichtbares Regal hinter Shutters, 
eine riesige Zinkdose und einen riesen "Steinkrug".
Apropos Stein... Ha!
Ja, das fehlt doch noch?
Schließlich´n Schlossgarten hier?

Und wie im vorigen Post geschrieben, 
soll ja nun zu Isolde in einem nächsten Schritt noch ein Tristan kommen.
Wenn dieser Herr sich endlich bequemt, zu wurzeln!


Für den hier nun, 
für den bin ich dann aber doch glatt zum Steinmetz geworden!
Ihr werdet schon noch sehen ;)
Wird wild!

Bis denne, Ihr Lieben,
ich muss jetzt was ganz Besonderes behämmern
und es wird formidable und schlossparkisch und überhaupt,
wenn ich es nicht zerteppere,
Post folgt.
Wird schön châteauesque seltsam!
Diesmal war la Königin nicht von Pappe!
Frohes Mittsommerfest!

Eure Méa,



P.P.: 
Diese Pflanzen kamen NICHT aus den Dschungeln ferner Länder, 
denn sie werden hier in Deutschland oder den Niederlanden durch Ableger vermehrt.
Sind sozusagen die Urururur...enkel von einst verschleppten Kerlchen.


Für alle, die Interesse an meiner Arbeit als Sculptrice haben,

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schon seid Ihr im Atelier und könnt an einigen Beispielen sehen,
was ich dort herstelle -
und was dabei herauskommt, wenn einer Méa Flügel und Mäuse wachsen.

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Dienstag, Mai 31, 2022

Die Säule der uralten Villa... und die "Abandoned Places"

Der Seidenprinz und sein dunkler Bruder


Freiheit im Leben habe ich vor allem in Unabhängigkeit von Denkmustern
der drögen und abhängigen Konsumgesellschaft gefunden.
In Kreativität und im Gestalterischen.
Dazu braucht es keinen materiellen Reichtum -
bzw. nur wenig davon.
Ich gehe nicht "shoppen". 
Ich kaufe, was ich brauche/verbrauche,
und hin und wieder etwas,
das uns Urlaube im Alltag schenkt,
gelebte Träume,
manchmal Magie und immer Atmosphäre.

Atmosphäre kann ich mir selbst zaubern, und das macht so einen Spaß,
ja, da kann ich Bäume ausreißen, so viel gibt mir das an Energie zurück!
Was andere durch Kaufen erlangen wollen,
das kann man sich in manch geretteter Zeit selbst zusammenstellen.
So auch in der Wohnung -
denn ist diese auch grundlegend ausgemistet,
so ein paar Schätzchen braucht die Seele,
finde ich.
Und so wird aus manchem "Beutestück" so viel mehr - 
bezüglich Inhalt und manchmal auch bezüglich an Wert.
Kann ich aus etwas nicht "so viel mehr" machen,
es mit Leben, Schönheit und Sinn füllen,
dann bleibt es weg aus unserer Welt.

Bereits im letzten Post habe ich ja erwähnt,
wie sehr ich mich über diese Zinksäule von der Jacqui freue:


Abandoned Places...

Nein, 
unser Fang ist für mich nicht einfach nur Teil einer traumhaft schönen Regenrinne, 
oh nein.
Die herrliche Patina, die schweren Shutters aus der Provence dazu...
das alles schenkt mir ein ganz bestimmtes Bild.
Es ist aus einem alten Lieblingsroman von mir - 
ich sehe die Hausfassade einer alten, langsam verfallenden viktorianischen Villa oder eines Schlosses,
und da, hoch oben beim Dachgesims des ehrwürdigen Gemäuers, 
da wächst aus dieser Regenrinne bereits Farn...
So war völlig klar, was da bei uns einziehen musste!
Es war mir zumute, als hätten wir einfach in einer waghalsigen Aktion das Stück Regenrinne
 samt eben diesem Farn geborgen und nach Hause gebracht!
Hahaha, was wir uns natürlich nie trauen würden!

Und nun sollte also hier zusätzlich verwunschene Atmosphäre 
dieser "abandoned places"  einziehen -
mit eben diesen Kerlchen, die diese verlassenen Orte mit neuem, verzaubertem Leben füllen.
Ich liebe es, solche Orte auf mich wirken zu lassen,
denn all das zeigt mir so tröstlich,
dass vermeintlich "Verlorenes" einfach nur ein Schritt in neu Gewonnenes ist.
Und was "wichtig" war, wird relativiert oder gar unwichtig und weicht dem,
 was wirklich wichtig war, ist und sein wird.
Es zeigt uns so wunderbar, dass wir Menschlein aufwachen sollen 
aus dem in der jeweiligen Gesellschaft jeweils so Gängigem.

Doch bevor der neue Bewohner (ich meine dabei den Farn;) einziehen konnte,
mussten die französischen Klappläden noch eingehend behandelt werden -
denn so pittoresk sie waren, sie blätterten dauernd,
und im Salon wirkten sie einfach viel zu unruhig und zu schlampig:


Nach einem episch gründlichen Abschrubben und Patinieren war es besser, 
der Charme erhalten, so gut es ging, doch deutlich ruhiger.


Außerdem sollten sie ja schließlich der Säule nicht die Schau stehlen.
Es konnte endlich losgehen mit dem Bepflanzen dieser Ecke.
Würde es gelingen, alles gut gehen und das Licht ausreichen?
Ich übe ja noch, 
hatte vor meinem Efeu-Experiment doch gar keine Zimmerpflanzen!???
Wenn alles klappt, dachte ich mir,
wirkt das dann auch ein wenig wie ein Ausläufer einer dieser herrlichen Wintergärten 
der vorigen Jahrhundertwende um 1900,
als die Salons noch ihren Namen verdienten...

So konnte hier nun endlich das erste Leben einziehen
(Der kleine Philodendron oben ist nur Gast gewesen, viel zu wenig Licht für ihn...)
Den Farn, den ich schließlich aus den vielen Sorten wählte
war der mystische Geweihfarn.
Seltsam, da ich ihn am Anfang irgendwie ziemlich hässlich fand.
Aber wenn man sich ältere Exemplare ansieht,
dann denkt man doch glatt an Herr der Ringe und diese Baumwesen, die Ents und Baumbart!
Oder an Kohlsalat, hahaha...

Dieser hier ist aber eine andere Unterart,
ich denke, ein Platycerium superbum -
meiner wird so nicht,
denn ich habe einen kleinen Platycerium bifurcatum.
Er ist aber schon episch, oder?


Eine lebende Skulptur,
die ich hier nun von klein auf habe,
und die von Anfang an ein Geheimnis mitbringt...
Das ihrer eigenen Geschichte.

Außerdem wäre dieser Farn auch wohl als einziger in der Lage,
oben in der Sonne eine Regenrinne zu erobern,
denn zur Not kann der nämlich auch Sonne ab.
Doch oh weia, ob der es überhaupt bei uns aushält -
hier herrschen ja genau die gegenteiligen Bedingungen???
Eigentlich nein, laut der Lux-Meter-app, die ich auf mein Handy lud.

Da kann vielleicht nur eine Glücksfeder überleben, oder eine Friedenslilie...
 oder ´ne Schwiegermutterzunge.
Nun, ich werde es trotzdem ausprobieren, beschloss ich.
Farn muss! Ist schließlich ein kleines Schloss hier ;)
Und nur Efeu, das wäre mir zu einseitig...

Ich habe mir daher für den Säulenversuch ein zartes Ableger-Baby geholt,
damit es sich von" Kindheit" auf an seine spezielle Lage gewöhnen kann,
und das Kerlchen sogleich in eine passende Konstruktion gebettet.
Es auf ein Stück Holz zu montieren, wie es so oft gemacht wird,
das passte nicht bei uns -
und schon gar nicht zu meinem Schloss-Villa-Bild im Kopf.
Zudem musste es aus einem verformbaren Material sein,
denn der bepflanzbare Raum der Säule war ein unregelmäßiges Halbrund.

So kam ich letztlich auf diese Lösung:
Zwei sehr dünnwandige Kunststoffflaschen 
(lassen hier leider die Kiddi-Gäste oft zurück)
wurden hierzu recycelt, d.h. zugeschnitten:
Erst wird das "Oben" gekappt...


Dann eine zweite Flasche ebenso oben abgeschnitten...,

... in die ich am Boden Löcher machte.
Ich wollte nicht zu groß bohren, denn sonst fällt zu viel Erde durch, 
aber auch nicht zu klein, damit das Wasser nach und nach hübsch langsam 
abfließen kann.
Ich hab´s dann einfach ausprobiert, 
wie es am besten klappt mit der Drainage...


Letztere Flasche steckte ich mit Kraft und Drehen in die andere -
knirscht schauderhaft, ging aber wunderbar.
Die untere (ungebohrte) dient somit als Auffangbecken und Feuchtigkeits-Reservoir.
Würde das alles zu viel Wasser bekommen, dann würde es am Übergang 
allerdings hinausfließen, und ich würde es unten am Dielenboden 
zu Fuß der Säule sehen.
Das ist auch gewollt, denn wären die Flaschen mit z.B. Silikon miteinander 
versiegelt, würde ich eventuelle Staunässe nicht mitbekommen, 
und Wurzelfäule würde einsetzen.
Bis jetzt ist mir ein Zuviel jedoch nur einmal passiert 
und wurde mit einem Handtuch beseitigt.


In die obere Flasche kam in diesem Falle luftige Orchideenerde, 
also vornehmlich Rindenstückchen,
und natürlich die Erde, in denen die Wurzeln des Farnes steckten.
(Holzkohle wäre besser gewesen, die tut es besser und verrottet nicht,
aber die hatte ich leider nicht.)

Rinde nahm ich deshalb, da der Geweihfarn ja nicht auf dem Boden wächst,
 er ist vielmehr ein Epiphyt,
 wächst also aufsitzend auf Bäumen, genauer, auf deren Rinde in gewissen Höhen -
somit musste daher Rinde und nur eben ein klein wenig Erde in die Flasche hinein.
Der Farn ist übrigens kein Parasit, lebt nur von der Oberfläche, 
dem kleinen bisschen, was da verrottet und herunterfällt.
Ein grandioser Minimalist also!
Da das Ganze nie gänzlich austrocknen darf, 
dient das Auffangbecken nicht nur als Auffang von zu viel Wasser,
sondern auch erfreulicher Weise auch der Evaporation wieder nach oben.
Letztlich kamen dann noch ein paar längliche Kartons unten in die hohle Zinksäule 
und die schnöde Flaschenkonstruktion steht einfach auf ihnen.
Die "knautschbare" Flasche passte sich hierbei wunderbar dem Säulenhalbrund an.
Gut, es hätte auch einfach ein Blumentopf oben auf getan, - 
doch eben so ein Blumentopf ist der Grund, warum ich bisher Zimmerpflanzen immer so vermied:
Ich finde Blumentöpfe absolut... also bei mir... ich meine hier...
ich finde sie... nüja... vor allem in diesen unsäglichen Ansammlungen... eben nicht so... Höm.
Gelinde gesagt!

Der kleine Babyfarn scheint sich nun dort seit Wochen wohl zu fühlen,
er ist seit der Adoption sogar schon um das Doppelte gewachsen,
hat viele Babyblättchen angesetzt.

Hoffentlich mache ich alles richtig mit der Zeit... und bei dem Lichtmangel...


Ja, wir hatten große Bedenken, ob es dem Farn dort gefällt -
denn das Licht ist bis auf eine kleine Zeit am frühen Morgen,
in der er gerade einmal teilweise beschienen wird,
 in der warmen Zeit nur indirekt.


Schließlich aber wächst er ja auch im Schatten des Waldes am Stamm
 unter Baumkronen (auch wenn er "Sonne kann"), hatten wir uns gedacht...???

Das hier ist sein Maximum an Helligkeit für zwei Stunden...


Dann herrscht hier wieder indirektes Licht.


Das Braune unten ist übrigens NICHT abgestorben, 
nein, das ist sein Schutzschild.
Es sieht glatt aus wie ein Baumpilz, ist aber nur ein andersgestaltes  
Pflanzenblatt und nennt sich Nischenblatt, habe ich gelernt.
Ja, es ist wirklich ein sehr urtümlicher Farn, er raschelt (!)
und seine jungen Blätter schimmern unglaublich seidig 
durch die vielen kleinen Härchen auf der Oberfläche.
Diese "grüne Seide" aber habe ich leider nicht auf das Foto bannen können,
so sehr ich es auch versuchte:


Er wirkt jetzt schon ein wenig magisch, obwohl er noch so ein zarter Youngster ist! 
Ich bin auch schon ziemlich bekloppt mit ihm,
besprühe den Bart des famosen Spanish Moss (Tillandsia Usneoides) dort links daneben, 
puste ihn täglich staubfrei, damit er denkt, er ist im Wald bei leichtem Wind -
und nenne ihn "Seidenprinz", au weia...
Aber guckt doch mal, wie der nach seinem ersten erfreulichen Wachstum 
innerhalb weniger Tage noch zusätzlich loslegte!
Sogar hinten am Shutter "will es"!


Der kleine süße Philodendron oben (ein "Fun Bun"),
hatte es dagegen VIEL zu dunkel,
da würde bis auf das hübsche vordere Blatt leider alles absterben.
So kommt der kleine Baumfreund zum König ins Büro, 
wo dieser seinen eigenen kleinen Dschungel hat.
Ja, der König ist schon viel viel länger pflanzophil, was Innenräume anbegeht!
Wenn es nach ihm ginge, dann hätten wir glatt schon unsere eigene Orangerie -
nach einem Lottogewinn, versteht sich ;)


Hier oben steht nun daher stattdessen dieser hier, 
ein dunklerer und sehr epischer Geweihfarn...


Ich habe ihn aus einem dunklen Eck eines Ladens gerettet, 
musste viele abgestorbene Blätter aus der völlig verwahrlosten und beinahe
 vertrockneten Pflanze entfernen, die zudem Erde AUF ihren Nischenblättern hatte.
Vielleicht überlebt mein Geretteter,
dieser große dunkle Bruder des kleinen Seidenprinzes.
My brat prince ;)
(Ich spinne schon ganz schön, ne?)


Ja, das wäre ein kleines Wunder.
Aber er war ja schließlich die niedrigen Lichtverhältnisse gewohnt...
OHNE direkten Lichtkontakt!
Wenn einer es schafft, dann er,
und letztlich ist unser Salon zumindest ein heller, südwärts zeigender Raum.
Dafür muss ich aufpassen, ihn nicht viel zu gießen und zu düngen,
er lebt dann ja sozusagen in völliger slow-motion.

Ehe ich es vergesse - noch ein Update zu "Isolde", dem Efeu,
der bei teilweise nur 50 Lux zurechtkommen muss.
Es sieht so aus, als schafft sie es! Das wäre der Hammer!
Der Turgor ist wieder gut, sie zeigt neue Kraft, seit ich sie in feuchte Erde pflanzte!


Das hätte ich beinahe nicht gedacht: 


A
lso, wenn Isolde das nun packt und gar noch zu klettern anfängt,
dann setze ich noch eine Efeuranke auf der anderen Seite ein. 
Das ist dann "Tristan".
Dann würden sie aufeinander zu ranken!
Das wäre sooo romantisch... Hachz...
 Und ich brauche noch mehr Farn,
Schwertfarn vielleicht?
Ob wohl all diese Experimente gelingen?
Na, da hab ich den Pflänzlein ja was zugemutet...
Aber eines habe ich bereits jetzt schon daraus gelernt -
diese Kerlchen lehren einem Geduld, Hoffnung und Beharrlichkeit
und entlarven in ihrem Sosein unser schnelles, ja, beinahe schon irre gewordenes Leben.
Sie geben einem Wurzeln.

Ja, nun hab ich also doch noch meine Liebe zu den Pflanzen IM Zimmer entdeckt, 
die müssen also gar nicht so... verblumentopft dröge sein.
Es ist ein Anfang.

Weitere und fröhliche Gäste kommen nun noch hinzu,
ganz besondere, voller Leben,
und ich stellte in meiner freien Zeit eigens dafür ein groooßes Behältnis her.
Ein weiteres kleines Wagnis für mich.
Denn diese Mission, die war mehr als heikel!
Aber es wurde formidable!

Alles Liebe,
bis ganz baldigst,
ich muss jetzt mal gießen,
Eure Méa,
die bald völlig Verpflanzte


Zum Kalenderblatt:

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was ich dort herstelle -
und was dabei herauskommt, wenn einer Méa Flügel und Mäuse wachsen.

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