Meine Lieben, wenn Ihr auf diesem Blog weilt, beachtet bitte:

Dieser Blog ist mit Blogspot, einem Produkt von Google, erstellt und wird von Google gehostet. Es gelten daher die aktuellen Datenschutzerklärungen & Nutzungsbedingungen für Produkte von Google.


Samstag, Juni 14, 2014

Der Quell und das Wasser des Lebens - Eau de Source

Hommage an Marcel Pagnol


Achtung, heute geht es um poetische Deko



Vielleicht stecke ich Euch ja mit Ideen und Glücksfünkchen an :)) 




Alles mag ja in unseren Heimen richtig schön dekoriert sein... antik... gut und schön... doch... Wieso stellt man sich da so manches hin? Inwieweit hat es mit UNS selbst zu tun? 
Ja, schon, Künstlerisches, nicht Spießiges wollen wir um uns, daher machen wir das ja. Teile, die Geschichten erzählen... 
Doch die Geschichten, die zu uns gehören - haben die nicht viel mehr verdient, Gestalt anzunehmen?

Irgendwie erinnerte mich unser "neuer" Spiegel im Küchenreich absolut an "Südfrankreich". Ja, die gesamte Stimmung im Raum, ach was, im ganzen Königreich, ist völlig anders geworden!
Ich sehnte mich sogleich nach mehr echter Ursprünglichkeit. 
Hatte ich noch irgendwelche Messe-Deko-Ware, oder einfach auch nur "Hübsches" ohne weitere Aussage, dann ist dieses SOFORT in die Flohmarktkiste meiner Tochter gewandert. Viel war das ohnehin nicht, aber dennoch ;)

Nein, ich möchte es fortan ganz reduziert, reduziert auf das Beste.
Nur auf das, was ich wirklich nutze, und auf Natur, Kunst und Mystik, ja, auf unsere Lebenskunst ganz nahe am Ursprung - das schwor ich mir hochtrabend.
Hoch und heilig.

Ja, nicht irgendeine Deko um mich herum wollte ich noch haben! Nein, alles sollte unsere eigene König-und-Königinnen-Geschichte widerspiegeln. Zu der bei uns untrennbar auch eine Geschichte aus einem Roman gehört. Die Teil unseres gemeinsamen Lebens wurde. 
Aber vielleicht kennt Ihr das auch? Es prägt Euch ein Urlaubserlebnis oder ein Film? Szenen, ganz bestimmte? Für immer? Mit voller Wucht? Bumm!
Und der Kloß im Hals wird groß, die Tränen schießen in die Augen, die Sehnsucht wird groß.... und man will das festhalten, diese Szenen nicht mehr hergeben, nie mehr, damit man nicht mehr Sehnsucht haben muss, die einen innerlich auswringt wie so einen Lappen! 
Ja, man will sich einfach nicht mehr davon trennen, 
dieses Lebensgefühl nicht mehr hergeben -
damit es Teil des eigenen Lebens wird. 
Es selbst leben. 


So dachte ich an das Meer Südfrankreichs und an Quellen im Luberon-Gebirge. Und an den Garlaban.




Zur Erklärung / auch zu den Bildern unten: 
Mein König und ich haben mit geradezu hingegebener Begeisterung Marcel Pagnol gelesen. Vor allem seine autobiographische Roman-Trilogie.
Souvenirs d´enfance - Eine Kindheit in der Provence.

Oh, und erst die Filme darüber ! 
"Das Schloss meiner Mutter"/"Der Ruhm meines Vaters"
Le château de ma mère/La gloire de mon père
 Seufz...


Bilder der Filme 





Einige Szenen dieser beiden Filme (ab-so-lu-te Kunstwerke!) haben uns geprägt. Deren Poesie, die solch eine Wucht hat, ein Lebensgefühl vermittelt, wie auch viele alte französische Filme das tun, teilweise noch in Schwarzweiß. 
Südfrankreich als Symbol eines Lebensstils, auch für meinen König, der hier das erste Mal erleben durfte, was Freiheit bedeutet. 
In einer Steinkate in der Provence.


Auch er hatte vor kurzem noch genau hierüber nachgedacht. "Weißt Du, alles ist bei den meisten so austauschbar, so beliebig, alle haben irgendwie dasselbe da stehen... Wo bleibt denn da die eigene Geschichte?"
Und die Königin strahlte.  Das war das Stichwort gewesen - der Startschuss. Und sie legte los - 
ja, wenn der arme König gewusst hätte, WAS er sich da eingebrockt hatte!




Ich hatte da ja dieses Schild vom Flohmarkt erbeutet, vielleicht erinnert Ihr Euch. 
Eau de Source... Quellwasser... Wasser der Quelle... 
Das war mir sofort "verlinkt" mit so vielen Gefühlen - so viel Bedeutung, und es war mir einfach magisch. 
Falls Ihr den Film guckt, achtet doch einmal darauf, was Lili über die Quellen (und den "einen Ausgang") sagt - mein absoluter Liebling der beiden Streifen, denn so simpel gestrickt dieser Junge auch ist, hat er das Wichtigste doch so  einfach begriffen und ist schlauer als all die anderen - und kann sich so sehr an allem freuen.
Und daher, ja, das Schild, es MUSSTE dahin, dort links an die Wand! Und darunter musste ein Quellfels, jawohl, und... der König wunderte sich. Er liebt aber solcherart Anwandlungen bei seiner Königin. Er ist dann immer ganz gespannt. Deswegen ist er auch mein König :))

Doch ich konnte ja nun schlecht nach Aubagne fahren - oder einen Aufruf starten: "Bringt mir jemand einen s..schweren Stein aus der Provence mit? Schickt mir den?"
Ach, aber ein Felslein musste sein! Es MUSSTE! Dann eben eines vom Fluss, der hier doch baldest ins Meer fließt. Ja, das machte Sinn. Und nicht aus Pappmaché, nein, ein richtig echter, ein Stück direkt aus der Natur. 
Am besten natürlich Dolomit, aber ganz sicher Dolomit, ja, wie dort oben im Luberon, und er musste schmal sein, auf die Reling passen, ordentlich hoch sein und hell... 
Mit zwei Worten: Mission impossible (bitte französisch auszusprechen, hihi)

Was dann kam, war weniger märchenhaft. Es war sehr warm, nein, es war sogar ordentlich heiß. Und wir fragten uns, falls wir den Stein fänden, wie wir den bitte nach Hause kriegen sollten. Wir haben zuhause nur Inliner, keine Rollschuhe - hätten ihn sonst ja einfach hinter uns herziehen können ;)
Am Elbufer sind zudem meist nur Bruchsteine, schwarz oder modderig-dunkelgrau, matschgrün bewachsen. 

Nun, wir gruben einen einigermaßen passenden Stein aus. Hellen könnte man den ja... Form war, najaaaa... und er war eigentlich zu klein...

Nach einer halben Stunde aber wanderte der Stein wieder unverzüglich zum Erdenreich zurück, dem er geraubt worden war - denn ich war tatsächlich fündig geworden!!!
Da war etwas. Eingesackt in Erden-Matsch, doch es war eine Form, die mir gefiel. Die Struktur, ja, ein wenig rund, dann kristallig eckig, und die Farbe war... PERFEKT. Wie groß das Kerlchen wohl wäre?
Der König meinte, "Der ist zu groß... Den krieg ich nicht raus", probierte aber tapfer, den Stein zu heben. Doch nichts bewegte sich - andere Steine schienen mit ihm verkeilt.

Mein Sohn aber war der Held. 
Während noch meine emsige Tochter, Prinzessin Faye, die Unerschrockene, wild entschlossen auf die Jagd nach Hebeln ging - und nur Stöckileins fand... erbarmte sich Nathanael, der Beherzte, meinte, "Lass mich mal, das dauert mir sonst zu lange...", griff zu, ruckte und ruckte, und... da war es, unser Felslein! 

Die Größe war PERFEKT, die Form PERFEKT, der große Stein hatte sogar eine Standfläche, und er würde gelegener Weise mit dem Gewicht zur Wand hin kippen. Aber er war... schwer. Sehr schwer.

Und so kam es, dass eine sehr seltsame Familie ihren Marsch antrat. 
Breitbeinig watschelnd im luftigen Sommerkleidchen und so gar nicht königinnenhaft schnaufend, schleppte ich, bald den armen König, bald den Prinzen entlastend, unseren Felsen. Schwer wie Blei! So groß war der doch gar nicht! Meine Güte, und es wurde immer heißer und schwüler!
Der arme König schleppte tapfer die größte Strecke. Endlich im Bus zurück nach Hause dann waren wir wahrlich fix und fertig. Kein Pieps kam erst einmal mehr über unsere Lippen.
Aber wer nun den König bemitleidet, dem sei gesagt:
Andere Frauen wollen Diamanten, sogar Nichtköniginnen, jawohl! Ich nur ´nen ollen Stein.
Also.

Ja, wir brachten unseren Findling heim. Und dann fiel mir ein, ich hatte ich ja noch eine antike Muschel. Sie könnte somit das Meer symbolisieren und alles zusammen den Lauf von der Quelle oben im Luberon durch Aubagne bis hin ins Meer bei Marseille.
Es ist übrigens eine ganz spezielle Muschel. Uralt. Jahaa, die durften und konnten früher alt werden, die Muschelchens! Ist wirklich wahr, die antiken Muscheln sehen anders aus, als ihre jungen Kollegen. Mystischer, finde ich. Und schwupps, war sie ein Star geworden.
Eine Skulptur - die uns so sehr gefällt. Und aus der Natur.
Was würde wohl ein Künstler hierfür verlangen? Installation "Source de la vie"?












Und eine liebe Mitbloggerin brachte mich zum Lachen, als sie mich scherzhaft fragte, ob der Stein denn antik sei. Der König amüsierte sich ebenso und meinte: "Nein, der ist nicht antik, der ist sogar prä-antik!"
Jaja, nicht wahr, man sollte mal sehen, WAS das für ein Schatz ist, in dem die meisten vielleicht nur ´nen ollen Stein sehen! Nur ein Stein? Soso... Über 200 Millionen Jahre alt! Vielleicht noch so viel älter. Was DER schon gesehen hat!
Nur, weil wir Menschen gar nicht kapieren, was diese Kerlchen großartig sind. Nur weil sie nicht selten sind, ist ihr "Wert" nicht groß. Für mich schon. So groß. So etwas haben zu dürfen!

Und ich bin glücklich, dass ich nun täglich erinnert werde an etwas, das so sehr dazu beiträgt, uns innerlich zu erfüllen. Etwas, das immer mal wieder ein Lächeln zaubert und ein Grundgefühl.

Wir haben somit außerdem eine wunder-wunderschöne Skulptur, die ich hätte kaufen müssen, hätte ich sie nicht so bekommen :)
Wenn dann noch der Duft meiner Marseiller Seife beim Abwasch durch die Küche schwebt...! Hach... 
Und so ist unsere viereinhalb-köpfige Familie noch ein wenig mehr zusammen und glücklich, wenn wir mit Ursprünglichem nach Hause kommen - und wenn es der Wildsalat vom Biomarkt um die Ecke ist.


Vielleicht habe ich Euch ja mit diesem Post eine weitere Idee schenken können,

das würde mich so freuen.

Alles Liebe Euch und Euren Geschichten,

Eure Méa, die provencalisch-poetische Steinschlepperin ;) 




Noch ein Nachtrag: Das größte Meisterwerk in der Küche aber ist und bleibt...
dieses hier!!!
Ein Design meiner Tochter Faye. Katziger kann man das Wesen dieser Katze nicht erfassen :))
Und das Lob an mich lässt mich jeden Tag gerne wieder "fleissig" sein ;)


TROTZ SORGFÄLTIGER INHALTLICHER KONTROLLE ÜBERNEHME ICH KEINE HAFTUNG FÜR
DIE INHALTE EXTERNER LINKS, DIE IN MEINEM BLOG ZUGÄNGIG SIND. FÜR DEN INHALT
DER VERLINKTEN SEITEN SIND AUSSCHLIESSLICH DEREN BETREIBER VERANTWORTLICH.
AUCH MÖCHTE ICH ANMERKEN, DASS ALLE DESIGNS, BILDER, TEXTE UND GRAFIKEN, SOFERN NICHT ANDERS GEKENNZEICHNET, MEIN EIGENTUM SIND UND SOMIT URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT. DIESE DÜRFEN NICHT OHNE MEINE AUSDRÜCKLICHE ERLAUBNIS KOPIERT ODER WEITERVERWENDET WERDEN

Dienstag, Juni 10, 2014

Spiegelscheiben altern lassen - Das königliche Café Strauss, letzter Teil


Ein Divus in der Küche


Ihr Lieben, diese Methode, einen neuen Spiegel auf antik zu trimmen,
ist eine von mehreren, und ich finde sie sehr mühsam,
auch wenn der Küchenspiegel damit so richtig stimmungsvoll geworden ist.
Ich fand zusätzlich noch eine neue, viel leichtere und wie ich meine, noch effektvollere Methode, die nichts damit zu tun hat, einen neuen Spiegel zu verändern.
Man kann sich nämlich einen "alten" Spiegel HERSTELLEN.
In warmem Glanz.



Nun ist er fertig, unser Spiegel! Und der Küchenraum wirkt durch dieses eine einzige Stück wie verwandelt. Es war aufregend, es war anstrengend, es forderte viel Ausdauer und machte glücklich zugleich, und es veränderte in Folge so vieles. 

Immer wenn solches passiert, dann hinterfrage ich - brauch ich x und y wirklich? Wird es gelebt? Passt es zu unserem So-Sein? Passt es immer noch? 
Und oho, so einiges musste dann tatsächlich gehen oder wurde umfunktioniert. 

Wir haben nun einen Spiegel, der Ruhe und zugleich eine ganz dichte, erhabene Stimmung zaubert, in der es sich so viel besser leben lässt. Das Tageslicht wird mild verwandelt, und man könnte meinen, man wäre ganz woanders. Ja, es fühlt sich so sehr nach Urlaub an - in Südfrankreich... Der Sommer... Ach...

Mit anderen Worten: Die Königin ist glücklich, lebt nun anders und noch bewusster und hat dadurch ordentlich Kraft für Neues!


Und das war im Vorfeld geschehen:  Wir hatten den Rahmen eines Jugendstilspiegels hochherrschaftlich altern lassen... In den beiden vorigen Posts seht Ihr die genauen Schritte, die ich hierzu vornahm. Hier nochmals ein Überblick

Vorher



               




Doch erst ging es ja noch an die Spiegelscheibe. Keine Sorge, ich habe es nicht vergessen ;)
Die Jeanne D´Arc Living hatte unter anderem auch einen Artikel darüber gemacht. Mich hatten auch schon so einige danach gefragt, wie das nun am besten ginge. Also, dachte ich mir, nix wie ran, das kannst Du, und wenn nicht, lernst Du´s! 
Und so drückte ich mir beinahe die Nase platt an alten Originalen und guckte mich halb dusselig an Fotos antiker, leprafleckiger Spiegel.
Dann wagte ich es. 
Das jedoch war dann vielleicht schwer, DAS zusammenzufassen - ich meine, dass Ihr mich dann auch versteht, und ich nicht in einem Paralleluniversum herumfliege ;)! 
Falls es ein wenig oberlehrerinnenhaft rüberkommt, sorry, keine Absicht. Aber schreibt mal ´ne Gebrauchsanweisung über so etwas - oiiiii.
Doch versprochen ist versprochen.


GRÜNDE, EINEN SPIEGEL ZU ANTIKISIEREN,
anstelle ein Original zu nehmen:

Eigentlich mag ich solches Getrickse überhaupt nicht. Ich habe es lieber echt alt - doch der uralte Spiegel war tatsächlich nicht schön. Insgesamt hatte er eine graue Einfärbung, ganz anders als meine anderen fleckigen Silberspiegel, die ganz warm schimmern und zart gewellt sind. Und da löste sich zudem etwas ab... das nicht gerade Vertrauen erweckend aussah. 
So aber, mit dem neuen antikisierten Spiegel muss ich keine Angst haben, dass mir giftiges Quecksilber in die Teller bröselt.
 Dies ist ebenso eine Option auch in einem anderen Raum, nämlich über einer Badewanne, da Wasserdampf einem echt antiken Spiegel den Garaus machen würde - es wäre unendlich schade darum!! Ja, eine Sünde. 
In diesen Fällen finde ich Getrickse denn auch mehr als gerechtfertigt.
Und noch ein weiterer Grund: Findet mal auf die schnelle ´nen passenden Spiegel für einen alten Rahmen ohne... jahaaaa...

So, und dieses hier unten auf dem Bild ist nun nicht die Welt von oben, auch kein anderer Planet mit Meer und Inseln ;)
Nein, das ist eine Spiegelrückseite. Ich habe mir allerdings durchaus eine Landkarte zum Vorbild genommen. Natürliche Formen eben.


SPIEGEL ANTIKISIEREN

Ja, ich war für Euch wirklich fleißig und habe alles in nur 6 Schritten zusammengefasst, samt Finish. 
Bitte erst alle Bilder angucken, dann nochmals lesen (auch den Text zwischen den Bildern, ist wichtig).
Ebenso wichtig - innehalten, Pausen machen und den Spiegel an vorgesehenem Ort und Stelle
auf Wirkung des Lichteinfalles testen. Wirkt in jedem Raum anders!
Guckt Euch erst einmal echte alte Spiegel an - ganz genau. Zur Not gibt es genug Bildmaterial im Internet. 
So, das war die Oberlehrerin ;), und nu kommt die Praxis.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Tun und schneidet Euch nicht an der Spiegelkante!!!

Ihr braucht: Einen Karton, der zum Schluss zwischen Spiegelrückwand und Scheibe kommt, Goldfinger und Goldfinger Silber oder Ähnliches, einen Dremel mit Schleifkopf, am besten einen Atemschutz gegen den Feinstaub (Staubsauger unbedingt bereitstellen), Alufolie, Jojobaöl (eine Minimenge), Abtönfarbe in Schwarz und Umbra, einige Läppchen und Lümpchen.

1. Schritt: 
Ich nahm einen großflächigen Schleifkopf (nicht Schleifpapier, das zerkratzt einfach nur, sieht seeehr ungekonnt aus), einen Dremel und habe lauter kleine kreisförmige Bewegungen gemacht (nicht Zickzack, das gibt zu ungekonnte Abplatzer).

Bilderklärung: Das Türkis hier verdeckte eine weitere Schicht. Sie war rot. Darunter erst lag die Metallbeschichtung. Also, obere Schichten ab, darunter teilweise und vorsichtig das Silberne abtragen. Kleine Pünktchen, die sich unterschiedlich stark ansammeln, sind am besten. Viel Geduld muss man hier haben, und wenn man starke Effekte haben will, muss man ordentlich Ausdauer aufbringen.

Macht auch einige kreisrunde Licht-Fraß-Spuren hinein. Ruhig ganz deutlich. Ihr seht hierzu Beispiele weiter unten.



2. Schritt: 
Nun Goldfinger/Silber und Goldfinger zu einem warmen Silberton mischen, und auf einige wenige Stellen der nun schon ziemlich durchsichtigen Glasflächen auftragen. Von hinten, jawoll ;)

3. Schritt: 
Die größeren "Fraßlöcher" dann mit schwarz-braunem Abtöner akzentuieren, hie und da ein paar kleine Flächen ebenso. Guckt hierzu einfach die nächsten Bilder, die erklären es ganz gut, meine ich.

4. Schritt:
Die geschliffenen durchsichtigen Flächen dagegen, die Ihr hell lassen wollt, werden durch das Schleifen oft zu hell und milchig. Reibt daher diese freien Stellen mit ein wenig Jojobaöl ein (ist ja ein flüssiges Wachs und wird daher nicht ranzig wie echtes Öl).


Hier unterhalb sieht man das warme Silber und das Schwarzbraun im Effekt. Als wäre es korrodiertes Silber.
Wohlgemerkt ist hier nichts AUF der Scheibe verändert worden, auch wenn es so aussieht. Der Auftrag erfolgte nur von der Rückseite her!







5. Schritt:
Und nun, nun kommt´s, der Kracher! Damit es nicht zu morbide und düster wird, und damit es ordentlich "spiegelige Tiefe" bekommt, kriegt das nun verbleibende Durchsichtige einen "Rückstrahler". 
Erst dachte ich ja, mit Alufolie. Doch: NEIN!


Das sah man durch, sah richtig schlecht aus. Also flugs einen glatten Karton genommen und mit Läppchen voller Silber-Goldfingermischung bestrichen. Und das war nun der Kracher. Das kommt jetzt mit der spiegelnden Fläche hin zum Weggeschliffenen (also hier auf dem Bild müsste ich das umdrehen) und mit in den Rahmen, bevor der geschlossen wird. Die Effekte hierdurch sind unglaublich!


Hier guckt, das Licht, vom Silberkarton gespiegelt, leuchtet aus dem Spiegel heraus!! 
Die Scheibe davor ist ja teilweise durchsichtig. Es sieht aber so aus, als sei da eine Tiefe in der Scheibe, die da gar nicht ist. Ein Effekt, der mich staunen ließ. Guckt mal! Das merkt keiner, dass das durchsichtig ist und dahinter ein silberner Karton ist. 
Sonst wäre alles braun wie das Brett dahinter!



Hier auch ganz deutlich. Das ist nicht gespiegeltes Licht AUF der Scheibe, sondern HINTER der Scheibe - der Karton liegt direkt dahinter! Ist das erstaunlich?? Je weiter der Karton von der Scheibe entfernt ist, desto dunkler wird Eure abgeschliffene Fläche.


Und noch ein Trick für ein noch authentischeres Bild. Zwischen Karton und Scheibe an einigen wenigen Stellen ein paar Fetzchen Alufolie. Nehmt die stumpfe Seite, reibt sie ein wenig mit Goldfinger ein, da es sonst zu kalt wirkt und zu sehr nach Alufolie aussieht. Falls Euch passiert ist, dass Euer Spiegel zu dräuend wirkt, kann man auf diese Weise auch manche Fläche kaschieren. Ein wenig anreiben und mit Klebeband fixieren.




6. Schritt:
Nun noch das Finish, diesmal außen auf dem Spiegel:
Wachsabrieb einer Kerze auf die Ränder der Spiegelfläche, ruhig schön drunterkriechen am Rand (siehe Foto). Soll ja alt aussehen, als hätten Generationen da schon dran geputzt und das hätte seine so typischen Ablagerungen hinterlassen. Klappt im Handumdrehen :))!





FERTIG!!!
Voilà! 
Und nun das Nachher! Morbide genug für die Königin, die solch Mystisches liebt, doch nicht zu sehr, um in der Küche noch ein OK zu bekommen.
Ihr könnt es ja ein wenig entschärfter machen, hihi.
Doch das hier, das ist ab jetzt unsere königliche Mindestdosis! 







Und was das mit Quellwasser und einem kleinen Fels mit einer Muschel zu tun hat - davon nächstes Mal. 



Mein Sohn nahm all das übrigens gelassen und meinte, ich hätte mir gar nicht solch eine Mühe geben müssen: "Weißt Du, wenn der alt aussehen soll, stell Dich doch einfach davor..."  :)))

Ich hoffe, ich habe Euch mit diesem Experiment und der Anleitung vielleicht ein großes Geschenk machen können :))?  Zumindest habe ich es wirklich nach Kräften versucht.

Und so: Habt es gut und macht Euch den Alltag ruhig ein wenig mystisch,

Eure Königin, die Patinierte :)


TROTZ SORGFÄLTIGER INHALTLICHER KONTROLLE ÜBERNEHME ICH KEINE HAFTUNG FÜR
DIE INHALTE EXTERNER LINKS, DIE IN MEINEM BLOG ZUGÄNGIG SIND. FÜR DEN INHALT
DER VERLINKTEN SEITEN SIND AUSSCHLIESSLICH DEREN BETREIBER VERANTWORTLICH.
AUCH MÖCHTE ICH ANMERKEN, DASS ALLE DESIGNS, BILDER, TEXTE UND GRAFIKEN, SOFERN NICHT ANDERS GEKENNZEICHNET, MEIN EIGENTUM SIND UND SOMIT URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT. DIESE DÜRFEN NICHT OHNE MEINE AUSDRÜCKLICHE ERLAUBNIS KOPIERT ODER WEITERVERWENDET WERDEN

Sonntag, Juni 08, 2014

Das königliche Café Strauss, zweiter Teil - Holz richtig antikisieren und nicht nur verschmieren

Spieglein, Spieglein an der Wand

... noch ist unser Rahmen ohne Spiegelscheibe, doch das Abendlicht zauberte mir zum Trost ein sensationelles Schattenbild, das ich Euch nicht vorenthalten will... 


(Ich habe hier übrigens nicht die "Sepia-Einstellung" gewählt, wie man denken könnte - es war tatsächlich das Licht.)



Ja, die Probe an dem Platz, an dem der Spiegel leben wird, sie wurde vorgenommen. Nun, ich kann Euch sagen, zwei Dramatiker unter sich verstanden sich prächtig.
Ein wenig schreitet die Wandlung noch voran, zu grau und kalt kommt der Rahmen noch herüber. 
Hier unten sieht man das ganz deutlich. Hier fehlt ein wenig Ocker mit noch weniger Umbra eingemischt, und dann als Hauch darübergehuscht... Zeige ich weiter unten.


"Dramatiker" unter sich ;)


 Die beiden verstanden sich auf Anhieb :))



Eines meiner Herz-Skulptürchen "tröstet" währenddessen den leeren Platz, bis die Spiegelscheibe kommt (siehe oberstes Foto).

Hier unten seht Ihr, der Spiegel hat dann die gleiche Höhe wie der Schloss-Schrank. Das gibt diesem Raum unglaubliche Ruhe. Mag das. Sanctuary, sagen die Englisch-Sprechers dann ;)

Und hier seht Ihr ebenso, was wir baldigst loswerden müssen. Die besch...eidene abgehängte Decke der Vorbewohner (auch noch mit nervtötenden, blendenden und Kaltlicht verströmenden Downlights). Aber wir müssen uns immer noch von der Aktion erholen, im Bad dasselbe entsorgt zu haben... Ja, wir haben bisher arg gelitten, der alten Wohnung ihre Würde zurückzugeben.



So, und nun geht es weiter:

Beinahe. Beinahe wäre es mir passiert. Ach, ich hatte mich getraut, endlich ging es weiter, und ich patinierte... und... wäre doch beinahe in die Falle getappt.
Ja, ich war doch so schön dabei, sooo "drin", hatte perfekte Musik im Hintergrund... und hätte um ein Haar alles ineinander verschmiert. All die Effekte, beinahe wären sie Hopps gegangen. Das Schroffe der Übergänge verblendet, abgemildert. 

Da wisperte mir eine Stimme zu: "Méa? Königin?" Das "Königin" kam sehr belustigt herüber, ja, beinahe spöttisch, so ein wenig hinterhältig.
"Hm... lass mich, bin gerade so schön dabei...", grummelte ich zurück.
"... es zu versauen, du Schmierfink?!", war die Antwort.
Huch. Ich trat einen Schritt zurück und befand unisono mit der Stimme: 
"Das wird jetzt so richtig schlecht."
Ja, das, das wurde kein Bild mehr, das war einfach nur fleckig verschmiert. Also aufhören. AUFHÖREN ist da seeehr wichtig für ungeduldige Königinnen. Fertig werden wollen gar nicht gut. 
Also seufzend abbrechen. Es musste nochmals trocknen.

Ich wollte diesmal absichtlich dramatische Effekte. Werde auch unserem Heim ein wenig mehr Pfeffer geben, ist mir eh alles noch viel zu abgemildert, zu brav. Doch hierzu muss ich umlernen. Und wie. Und ich hatte derweil ein Video entdeckt - rechts in meiner Klickleiste, falls Ihr wollt. Das Heim von Bruno Ré, die eine Hälfte von Vox Populi. 
Ohhh, der König und ich, wir haben es uns wohl gefühlte hundert Mal reingezogen, wie so ein Raucher, süchtig, mit diesem "endlich wieder Stoff"-Gefühl in Herz und Bauch.

Ja, und dieser Spiegel würde der erste Schritt dahin sein. Nie natürlich könnte so etwas dann echte Patina ersetzen, aber... so ein wenig die Richtung vorgeben, in die es zunehmend gehen wird.

Und so sah der Spiegel noch vor Kurzem aus, Ihr erinnert Euch vielleicht. Zahnpastatubenweiß. Ist sogar nicht einmal ein richtiges Weiß gewesen, war schon crèmig, ich weiß ja, ohnehin immer einen Tick crèmiger nehmen, als man denkt. Doch selbst so - kaum auszuhalten, nicht?

NEIN!!! NO!!! 



Und nu guckt mal das untere Bild. Der besagte Bruno, der hat da einen Spiegel hängen. Er hat ihn nicht restauriert, die Zeit war der Künstler. Er sagte in dem Video auch, wie gerne er die Spuren der Zeit sichtbar lässt. Der Spiegel steht nun übrigens auf dem Kamin im Esszimmer.
Früher hätte ich so etwas noch repariert - heute sehe ich das Kunstwerk darin und frage mich, wie blind ich einmal war. Wie wenig ich mich getraut habe!
Man macht das nicht. Man lässt nichts einfach so. Man lebt nach Din-Norm. Nein!
Lasst Euch bloß nicht einzwängen!
Natur ist nicht gleichmäßig. Und mein Auge liebt Natürliches :)) 
Sowas wie das hier - und wie:



Dagegen nun das meinige... das ist... nü ja. Ein Abklatsch... Der Rahmen hat zwar hier bereits ein paar Akzente bekommen, noch ohne wirkliche Aussage, aber schon erheblich besser. Doch... Wie gesagt: Nü ja. 
Einfach nur ge- beziehungsweise beschmiert. Keine Klarheit.

hm... najaa... :(


Ich wollte ihn ja gerne heftiger machen, doch dabei muss ich beachten, dass er schließlich in eine Küche über den Esstisch kommt. Zu dolle darf´s also nicht werden. Ja, das ist schwierig. Aber zumindest, er gedeiht...
Man könnte den Lack natürlich auch dicker auftragen, um ihn, wenn er dann gut getrocknet ist, mit dem Heißluftfön zu bearbeiten. So lange, bis er Blasen wirft, und dies dann abchippen lassen. 
Und man könnte auch aufspachteln, so richtig ordentlich, eine Gipsmasse, so etwas zum Verputzen, dann eben darüberstreichen. Ja, Techniken gibt es da viele, etwas auf "authentisch" alt zu trimmen. Ich nehme ja immer ein wenig Zaubermasse... 

Aber so richtig shabby... über dem Esstisch? 
Nun, für mich ja. Für den König auch. Ruhig ordentlich dolle. Doch für die Kinder, wenn sie Besuch haben, doch ein wenig too much. 
Also doch lieber Trompe-l’œil, die Illusion mit dem Pinsel, der Plastisches vortäuscht und ein weeeenig Spachtelmasse auftragen, die überlackiert wird.

Erste Versuche... noch nicht so, wie ich das dachte


Ja, ganz nett... aber das muss noch...


Wieder einmal trocknen. Warten. 
Bei solchen Kerlchen, bei denen man es besonders gut machen will, geht nix mal eben so. Bei Stücken, wo es nicht so drauf ankommt, ach, mal eben im Handumdrehen die göttliche Patina. Aber hier nicht. War ja klar. Und, wie gesagt, ich liiiiiebe Patina.
Und ich hatte ja diese andere Patina vor Augen, die des "Bruno-schen" Spiegleins, n´est-ce pas?

Die vernichtende Ansage des Königs lautete denn auch: 
"Na, da wirst Du schon noch ein paarmal drübergehen müssen." 
Will heißen: "Was soll das denn bitte sein, war wohl nix."
Hm. Ganz liebevoll sagt er das immer. Ich könnte ihn dann beißen.

Nach ein paar Stunden am nächsten Tag des Wartens dann eine kleine Erlösung. Ich durfte weitermachen... Endlich.

Besser


Ich machte die Übergänge akzentuierter, schuf neue. Jahaaa, das macht der Königin Spaß. Wer sie übrigens hierbei stört, wird guillotinisiert!



 Oben auf dem Bogen arbeitete ich mit Silberfinger (es gibt Goldfinger und Goldfinger Silber). Sieht hier leider sehr weiß aus auf dem Foto, aber auf dem obersten Bogen sieht man es silbrig schimmern... Das hat unheimlich was, solche Kleinigkeiten, finde ich.




Noch ganz Baby, hihi, guckt mal, da hängt noch der Finishpuder unten dran ;) Ist mein Trick. die letzte Schicht, noch nass, ordentlich zu bepudern. Die Effekte sind erstaunlich!




Hier nochmals der Werdegang bisher:



Vorher


















und soo viele Bilder zu gucken - alles in einem Rahmen... Doch noch zu diffus - muss noch klarer werden, das Bild... Das hier ist noch nicht ganz richtig.

Nein



Nein



Nein



Nein




Erst nach ein wenig Spachteln, am Übergang von Hell zu Dunkel, um eben diese Effekte noch stärker zu akzentuieren, war ich dann fertig und zufrieden. Nun war es ein klares Bild geworden und meine Freude, sie war groß. Das ist immer wie eine Erlösung, und in mir wispert dann ein Stimmchen: "Ja, das ist es doch, was ich eigentlich wollte..."

Ja, alles in mir sagte "YESS!"!!! ähm, ich meine natürlich "OUI"!!!



So!


Und so!


Ja.






 Und dann ging es an die Spiegelscheibe, OHO! Vielleicht konnte man da ja was tricksen, dass die auch alt rüberkäme???

Ich gelobe Euch, im dritten Teil gibt es ein Happy End und das bzw. die Nachher-Bilder - ein wenig Geduld noch,
dann ist es fertig, das neue Mitglied unseres Reiches :))

Eure Königin, die sich heute einen Bandwurmpost für Euch antat ;)) - 

und sich jetzt klammheimlich wieder an die Spiegelscheibe macht...


TROTZ SORGFÄLTIGER INHALTLICHER KONTROLLE ÜBERNEHME ICH KEINE HAFTUNG FÜR
DIE INHALTE EXTERNER LINKS, DIE IN MEINEM BLOG ZUGÄNGIG SIND. FÜR DEN INHALT
DER VERLINKTEN SEITEN SIND AUSSCHLIESSLICH DEREN BETREIBER VERANTWORTLICH.
AUCH MÖCHTE ICH ANMERKEN, DASS ALLE DESIGNS, BILDER, TEXTE UND GRAFIKEN, SOFERN NICHT ANDERS GEKENNZEICHNET, MEIN EIGENTUM SIND UND SOMIT URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT. DIESE DÜRFEN NICHT OHNE MEINE AUSDRÜCKLICHE ERLAUBNIS KOPIERT ODER WEITERVERWENDET WERDEN.