Samstag, Mai 31, 2014

Küche, die Fünfte - Adieu Tristesse!

Detailchen in der Küche



Also, ich muss mich erst einmal bedanken - so viele Kommentare, so aufmunternd, so bestärkend, zauberhaft und lustig, habt vielen Dank dafür! Ich weiß ja immer nicht, ob ich da zu viel schreibe, sehe Blogs, da schreiben die gar nicht und stellen nur Bilder ein... Denke mir dann, ui, wird zu lang, zu viel... Aber es hat Euch so sehr gefallen, und das freut mich so!

 Na denn. Einen hab ich ja noch ;) zur Küche. Kommt doch wieder herein :)

So eine Küche macht vor allem eines aus. Nicht eine teure Marke, Spezialgeräte (es sei denn ein richtig guter Herd), superteure Töpfe, Designerkram, der eh nie genutzt wird, ergonomisch passgenaue Arbeitsflächen ect.
Nein, eine gute Küche macht nur eines aus: Das Leben.
Nicht nur schön anzusehen, nein, sie will genutzt werden. Fassade wird hier schnell entlarvt. Nein, hier werden Experimente mit Freude gestartet. Gutes (= gesundes) Essen, dessen Raffinesse im Einfachen ruht, wird hier zelebriert. Und der DUFT, oh, der Duft nach selbst Zubereitetem, nach frisch gebackenem Brot... frischen Orangenzesten, die in Akazienhonig eingelegt werden... beste frische Zutaten, deren Aroma man auch riechen kann...

Ja, das hier ist unser Herzstück, der wichtigste Raum.
Wie oft in der Woche haben wir am Abend regelrechte kleine Festmahle aus Frischem vom Biomarkt, wie oft habe ich ein kleines Stoßgebet in die Himmel geschickt, als Dank, dass wir so leben dürfen, so etwas Schönes haben dürfen! 
Sebstverständlich wird mir das hier nie werden.
Frisch gemahlene Gewürze aus meiner Flockenquetsche, hmmm, Indien in Hamburg, ja, Gewürze wie sie früher nur Könige hatten (äh... nur wir Könige hatten, meine ich ;), 
Duft aus dem Orient... feine Tees... ätherische Öle, mit denen man so viel verfeinern kann, 
frische Kräuter wie mein heiß geliebter frischer Korinander...
Ja, der Alltag will zelebriert werden!
WIR ALLE SIND WIRKLICH KÖNIGE,
wenn wir uns nur dazu machen.

Ja, das Leben muss hier pulsen und stattfinden - gerade kam eine groß angelegte Studie heraus, dass Menschen, die die größten und gerätetechnisch bombastischsten Küchen haben... fast nie kochen. Auftauen, Mikrowelle.
Und so: Back to the Roots :))

Ja, die Küche, sie kann ein Tempel sein. Und sie sollte es auch. 
Lasst uns feiern!


So habe ich uns unseren königlichen Küchenalltag auch optisch gewürzt, und will Euch zum Abschluss des Küchenthemas noch ein paar Detailchen zeigen.
Die schönen, alten Terrinen auf dem Eingangsbild sind die wunderbaren Aufbewahrungsorte für meine Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen. Oh, das ist immer ein Fest, sie zu backen, zu füllen... und zu leeren :)
In der über hundert Jahre alten Joghourtmaschine bewahre ich Plätzchenausstecher grandioser Formen auf - dass in den Puddingformen ebenso welche heimisch sind, das wisst ihr ja bereits. 
Diese silbernen Punkte in der Küche kommen mir manchmal wie Glitzer in einem Bild vor, deshalb mag ich das Silbrige von Töpfen, Schöpfkellen und Co. wohl so... oooder ich war einmal eine Elster :)




Das Leben und der laufende Küchenbetrieb malt hier die schönsten Bilder. Ich liebe diese "Deko" am meisten. Hier zum Beispiel keimen Buchweizen-Kerlchen im Tuch, so werden sie am besten.



Und was so schön aussieht, darf sich auch außerhalb der Schubladen tummeln.




Große Blumensträuße sind nicht mein Ding - eine Blume macht mich oft viel mehr froh - eine kleine Skulptur...


Und manchmal auch gar keine, sondern nur aufgetrocknete Blütenblätter, die ich aufhebe, bis sie zerfallen.



Und das königliche Tafelsilber zeigt im Kontrast mit der Edelstahl-Klinge des Messers, warum bei der Méa nur Silberbesteck in Frage kommt. So warm das Silber schimmert, so kalt der Stahl..




Und Stimmungsbringer dürfen in einem Tempelchen auch nicht fehlen.

Ein kleines Vorher-Nachher:




Ich mochte das untere Vasendingens nicht, in dem der schöne Metallzweig mit seinen Opalinblüten ursprünglich steckte. In solch einem richtig unförmigen großen klerikalen Unterteil. Es sah aus wie eine goldene Urne mit Riesenkreuz. 
Ich mag sowas gar nicht. Und da bot ich, unverschämt, wie ich bin, dem entsetzten Händler an, er könne das Unterteil doch separat verkaufen, ich nähme nur den Zweig... 
Dem armen Händler blieb die Spucke weg. 
Er kennt mich, doch das war ihm nun unheimlich. Außer einem entgeisterten "Hm" ob dieses Frevels kam erst einmal nichts mehr über seine Lippen. Als ich ging, schmunzelte er. Und nach einer Stunde kam er mir hinterher (nachdem ich das gefühlte hundertste Mal an seinem Stand vorbeigelaufen war) und meinte. "Glaubst es nicht, ich hab tatsächlich einen Käufer für das Unterteil!"
Boaaa, und dieser Käufer, das war vielleicht einer, uiiii. Hatte eine dick messing-gold beknöpfte Jacke an, hahaha, ja, der passte zu dem Unterteil!

Und so konnte ich mir wirklich mit den letzten kleinen Scheinen und Münzen, die ich da noch hatte, tatsächlich diesen Erntedankleuchter-Zweig leisten. 
Es ist kein ganz alter, nichts Besonderes, hab da schon gaaanz andere gesehen - aber in diesem Raum musste eher etwas Reduziertes hin.
Nun freue ich mich täglich über diesen Zweig, der so viel Atmosphäre schafft. Er steckt übrigens auf einer RIIIIESENSCHRAUBE und kann abgehoben werden, wenn wir des Abends unsere ebenso selbstgemachten Shutters schließen (und das mit den Fenstershutters, das wird ein eigener Post ;))


Hier noch zwei echte Berliner aus einem Trödelladen in der göttlichen Goltzstraße - sie bewachen Streichholzschachteln, die bei uns immer so rasend schnell zur Neige gehen...



Vorher war dieses Kistlein hier unten braun und völlig zerschossen, aber völlig, schon so leicht wie Pappe. Uralt ... 
Heute beherbergt das Kistlein, das wohl ein des Deckels verlustig gegangener Stifte- oder Schuhputzkasten gewesen war, Servietten. 
Und nein, ich finde Stoffservietten nicht besser, sondern unpraktisch, und die Gäste trauen sich die eh immer nicht nehmen. Ja, ich oute mich hier als bekennender Papierservietten-Freak. Königs dürfen das - das ist schön spleenig ;). Und wir sind durchaus auch für Retro und das Moderne. Es muss nur... so etwas haben.




Hier dient alles seinem Zweck. In den französischen Dosen ist unser leckerer Morgentee drin.
In den Tee mische ich oft noch Zesten von Orangen hinein, Vanilleschotenstückchen... mhhhh



Hier unten kommen die gebrauchten Teebeutel dann rein. Wohl mit das einzige Röslein und Goldi-Goldi, das hier bei mir überlebt hat...
Die Rachel Ashwell hat auch so eine Tasse, aber meine ist schöööner ;)
Ich denke, das ist ein slowenisches Wort und heißt Gruß, bin mir aber nicht sicher. 
Wisst Ihr es???




Und last but not least noch ein Stimmungsbringer. 
Meine Jugendstilmadonna mit dem Drudenfuß in der Hand. 
Ja, eine ganz besondere Madonna. Sie war übrigens dick golden mit Lackspray (!!!!) verhunzt. 
Ich nahm an ihr die erste wirkliche Restaurierung meines Lebens vor, in der Hoffnung, sie möge sich als das entpuppen, was ich dachte. 
Die war auch nicht sooo billig, und ich kaufte sozusagen die Katze im Sack, äh, die Madonna im goldenen Plastiklack-Überzieher ;) 
Aber alleine das Kindlein, das mal nicht wie ein alter Opa aussieht oder so groß und feist daherkommt, und wie sie ihn so lieb hält! Ja, ich riskierte es.

Ich sage es Euch, ich begann regelrecht zu zittern, als ich mich an die Millimeterarbeit machte, und das pappige Zeugs abtrug. Meine Güte, ich sollte Recht behalten - und kann bis heute kaum glauben, was ich hier "ausgrub". Den angeknacksten Heiligenschein ließ ich bewusst so, ich kann sowas zwar ausbessern, dass es keiner mehr sieht, aber ich mochte das gerade. Denn... also wenn DAS kein Symbolik hat!!!

Natürlich patinierte ich das arme Wurm nach der Ausgrabe-Prozedur nach - aber nicht zu dolle, nur gaaanz vorsichtig und mit den alten Farben. Gesichter von Madonnen, boaaaah, also das ist die höchste königliche Kunst - sooo schwer. Und sie ist Jüdin, ne? Beide. Und sie waren ein klein wenig dunkleren Teints, nicht solche Bleichgesichter... Na, bringt das mal dezent hin, ohne dass es wie Mumie kommt! 
Doch jedes Zittern und Mühen hat sich unendlich gelohnt. Sie beschenken uns täglich mit einer unglaublich friedlich-lieb-kuscheligen Aura, die sie fortan in dieser Küche ausstrahlten. 
Und falls die mal jemand klauen will, haha, die ist so fest, die kriegt da keiner weg :)) und kein Kind oder Kater wirft sie um.







Und mit der kleinen Madonna schließe ich nun diesen Post,

winke huldvoll
und muss jetzt was futtern :))



Falls Ihr gucken mögt, wie sie nun über ein Jahr später aussieht, hier klicken:










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Mittwoch, Mai 28, 2014

... und die schönen alten Originalfenster!

"Ach, und die schönen alten Originalfenster!"





Bevor ich auf diese Überschrift eingehe, hier noch eine weitere Perspektive der Küche, damit Ihr auch alle Seiten gesehen habt. 
Dort durch die Türe geht es in die Speisekammer hinein, an der linken Seite steht jetzt die Spüle (siehe letzter Post):

VORHER



Hier an der rechten Wand steht ein weiterer, großer Glücksfund. Es ist ein alter Holzspind, der so herrlich unprätentiös und unkitschig daherkommt. Er ist sehr einfach in seinen Formen, ganz ohne Schnickischnacki, und sein Taubengrau tut hier wirklich gut. Wir mussten nur noch Einlegeböden nach persönlichem Bedarf einbauen. 
Ich mag den Spind sehr. Im Insgesamt der Küche. Einzeln, nur für sich betrachtet, ist er eigentlich unspektakulär in seiner Schlichtheit. Aber ich finde, etwas beinahe Grobes wie diese Schlichtheit ist wie die Prise Salz im Gebäck. Dieses Möbelstück ist für mein Empfinden wie ein Teil eines Bühnen-Bildes, und die Riegel, die sind einfach Klasse!

Ich muss gestehen, zuviel "Dutzi-Dei-Dei", nur einfach alles weiß gestrichen und am Ende noch mit Schnörkeli oder gar Rüschli, das halte ich nämlich auf Dauer nicht so aus. Ich bin irgendwie nicht so brav ;), das ist mir zu süßlich, davon hab ich ja ohnehin schon so einiges. Die Palette wäre mir zu reduziert. Da bin ich schwer pingelig. Deshalb mag ich wohl auch heftige Patina und shabby so sehr, und dafür Messing nicht. So ein wenig als Kitsch-Brecher. Als "männliche Elemente", hihi? Macht das Sinn? Etwas "nicht-so-nett-Hübsches", damit es im Insgesamt besser wirkt?


Rechts in dem Schrank hat übrigens praktischer Weise unser Hofstaubsauger sein Heim gefunden.
Oben links auf dem Spind thront mein schweres königliches Sauerkrautfass - muss es demnächst unbedingt wieder aktivieren... 
Das große Holzbrett links neben dem Regälchen ist eine Tür geworden (jahaaa, nicht nur Deko), die man aufmachen kann. Sie beherbergt so manches auf diesem kleinen Raum, das man nicht so oft braucht, unter anderem ein Nudelholz. 

Und was ich hier endlich geschafft habe, ist, die Farbe der alten originalen Küchenfliesen einzufangen. Hier auf dem obigen Foto könnt Ihr sehen, was ich meine. Es sind uralte Glasfliesen, und die Farbe changiert so wundervoll je nach Lichteinfall, guckt mal, von Weiß über ganz zart Grau hin zu Taupe (beim/im Regälchen). Immer wieder anders. Dass die noch drin waren, das hat mich ja so sehr gefreut
Leider wurden sie oftmals durch den bescheuerten Einbauküchen-Verhau rüde angebohrt, wo es keinen Sinn macht.... grrr... 
Bin ja sonst kein Fliesenfan, wie Ihr wisst, im Gegenteil, aber die hier hatten es mir sofort angetan, spiegeln sie doch so schön meine Farb-Palette :)) Und auf dem Dachboden war sogar noch Ersatz!

Das Regälchen hier unten auf dem Foto ist längst weiß geworden. Guckt mal oben das Nachher. Das Kerlchen haben wir nach meinem Entwurf aus lauter alten Holzbrettern aus steinhartem Hartholz (war "Abfall") zusammengebaut.



Und das hier unterhalb ist nicht meine Küche, sondern gab damals den Ausschlag, den Spind zu erwerben - dieses Bild ist aus einem französischen Magazin. Seither wollte ich "sowas Graues und Rudimentäres".  Naja, in klein eben, habe ja auch eine kleine Schlossküche... ;)
Guckt mal, hinter diesen antiken Türen verbirgt sich ein Kühlschrank - die Türen sind verbunden. Zieht man die Schranktür auf, dann automatisch den Kühli selbst:



Hihi, das Trittleiterchen nennen die Franzosen übrigens Marchepied (laufende Füße?), ist das nicht zum Kringeln??


So, nun hatten wir also soweit alles schön und schnuckelig, aber noch waren wir nicht wirklich fertig - wie das immer so ist. 
Ein letztes Problem stand noch an: Das moderne Fenster und die Heizung. 
Ihr erinnert Euch vielleicht:



Und das in einem über hundert Jahre alten Prachtbau. Draußen weiße Säulen und Stuck, innen aber Billigheimerfenster. O weia!
Aber mit einem kleinen Kniff ging es ganz schnell, sie zu hübschen. Denn wie gesagt, das sind ja eben nicht die originalen alten Fenster - oh nein. Mitnichten. Das ist Plastiksch..., dieses Fenster.
Also zog die Königin ein letztes Mal in den Krieg gegen diese Niveaulosigkeit.
Als erstes musste die dicke schwarze Gummierung optisch verschwinden. Das ging ganz einfach. Halbrundstäbe vom Baumarkt, weiß gestrichen, mit Silikon befestigt - hält seit Jahren. 
Und dann hatten wir noch so einen Fensterriegel vom Flohmarkt aus der Erbauungs-Zeit des Hauses ergattert. Und ein kleines Brett...








... auf dem nun meine Vasensammlung ruht. 
Rechts und links des Fensters schmeicheln Leinenschals aus Resten. 

Der Riegel samt der Holzlatte kann mit je einer Schraubenumdrehung oben und unten weggenommen werden, falls wir einmal eventuell der unsinnigen Arbeit nachgehen sollten, das Fenster zu putzen. Großes Lüften geht über das obere Fenster, das kann vollkommen aufgemacht werden, der Durchzug ist dann huiiii. Hier könnte man glatt Drachen steigen lassen. 
So aber haben wir auch Kinder- und Katersicherung in einem, und kippen kann man das untere Fenster ohnehin ungestört, das reicht aufgrund des ordentlichen Zuges völlig.

Das Gebäude dort draußen übrigens, eine Schule, interessiert nicht - das wird nonchalant ignoriert, hihi. Der moderne hässliche Mitteltrakt, auf den wir blicken würden, wird nämlich eh abgerissen. Kommt was richtig Nettes mit viel Glas hin. Die alten schönen Schulgebäude rechts und links davon bleiben und werden restauriert... Jubilate. 



"Ach ja, noch die original erhaltenen Fenster..."

Wieviele Gäste und Fotografen sind da schon diesem kleinen Trug anheim gefallen - man guckt ja nicht wie ein Detektiv, man spürt eher. Für die Illusion und das Wohlfühlen reicht es offenbar.



Das Fensterbrett selbst wurde an einem entschlossenen Nachmittag von dem enorm dicken Billig-Lack befreit und patiniert. Es kann nun wieder atmen.


Und noch etwas ist typisch für unsere Küche, und hiermit ist auch zu guter Letzt die unschöne Heizung wunderbar verbrämt: Eine kleine Gartenbank. 
Haben wir Gäste, sitzen sie auf ihr, denn dann kommt der einzelne Stuhl weg und die Bank wird an die Fensterseite des Tisches gezogen. So haben zwei Personen auch an dieser Längsseite Platz. Und Dank der dicken Auflage sitzen sie dann sehr bequem.

Ansonsten steht das Bänkchen am Fenster, so wie auf diesem Bild. Witzig ist, dass es genau meine Maße hat. Wenn ich am Wochenende vorlese, was wir Königs gerne tun, brennt eine Kerze auf der Reling, und ich sitze hier, die Beine hochgelegt und ausgestreckt. Ja, dann reicht die Bank passgenau, denn meine Füße lehnen dadurch am meist warmen Herd, in dem wir unser Brot selbst backen.
Und lümmelt hier keine Méa, ein Gast oder ein Kind, dann unsere Pelznase.
Denn zwischen Herd und Heizung, da lässt es sich königlich kuscheln...



in diesem Sinne,

macht es Euch königlich wohlig,

die Méa 
im Lebens-Kuschel-Luxus der anderen Art :)



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Sonntag, Mai 25, 2014

Küche 3

Der königliche Brunnen oder: 
Wie kommen die Blumen in die Küche?






Und nun geht es weiter in meinem Küchlein, kommt doch diesmal richtig herein :))
Nein, nicht bei den Türchen stehen bleiben, die kennt Ihr doch nun bereits. Einen Schritt auf unsere einzige Stufe nur, dann dreht Euch nach rechts - VOILÀ!

Aber Halt - ne, erst einmal ein Vorher, sonst stimmt die ganze Geschichte nicht.

Hier auf dem Foto unterhalb kann man sie sehen, die Raubschatzung, die hier einst begangen wurde! 
Ja, seht mal, der Griff der alten Türe war mit einem schnöden, vulgären Plastik-Griff vertauscht worden. Ich meine... PLASTIK! Wieder waren wir glücklicher Weise bei unserem Klinkenhändler fündig geworden. 
Zudem brauchten wir eine standesgemäße Spüle. Eine Steinspüle war zu schwer und absolut unerschwinglich, sie hätte auch nicht wirklich in eine Wohnung wie diese gepasst. Also entschieden wir uns für den charmant unprätentiösen Weg.

Vorher: Plastikklinke und links der Kammer-Türe die Notwendigkeit einer Spüle


Und hier nun das Nachher:







Jahaaa, die Méa mag auch ein wenig Retro, wie ihr seht. Hättet Ihr nun nicht gedacht? Doch, das hat so etwas Fröhliches, hier wird schließlich ordentlich geplantscht und gewaschen. Ja, das ist das Kichern in meiner Küche :))
In den Puddingformen oben schlummern übrigens meine drölfzig Backförmchen und warten auf Weihnachten.


Und hier noch ein Vorher zum Nachher - Ihr erkennt es sicher, das Bord an der Tür im obigen Foto. Zu dieser Deko sag ich nun mal nix... duck und weg...



Ja, eine Spüle musste her, und meine Lieblingshändler hatten einen passenden Tisch. 
Eigentlich mag ich ja keine Drechselbeine - hier aber komischer Weise doch, das... hatte sowas. Brauchte schließlich auch ein Dickerchen, das ordentlich was ab konnte und tragfähige Beine haben müsste, keine Gazellenbeine. Der Lack war zudem genau in den Tönen, die ich da haben wollte. Musste ich kaum verändern. Jubilate. Es darf auch mal glatt gehen.

Und die lieben Händlerfreunde, sie kamen sogar mit zu uns nach Hause, als sie hörten, was ich mit dem Tisch (dessen Platte ohnehin im Eimer war) vorhatte, und sie halfen doch tatsächlich auch noch bei der Umsetzung, weil sie neugierig geworden waren, wohin ihr Tischlein wandern würde.
Der König schwang alsbald die Stichsäge, sägte die Platte passgenau für die Spüle aus, und wie meinten unsere Lieben da? 
"Is ja spannend!" 

Ja, spannend war das in der Tat. Erst wurde der Tisch noch fest an der Wand verankert, dann wuchteten der König samt Helfer schließlich die megaschwere Spüle gemeinsam auf und in den Tisch, während die Damen bewunderten, zureichten und aufräumten. 
Ich hab mich ja so derart darüber gefreut, und es ging so schnell und alles klappte! Das war ja beinahe schon unheimlich :))
Dass das Spülteil nun oben auf thront, und nicht völlig integriert ist, wie sie eigentlich von Haus aus gehört, ist gewollt. Fand ich viel "spannender", und somit hat sie auch die perfekte Höhe. Mag mich nicht bücken beim Abspülen, wenn ich mit meiner Lieblingsseife da genüsslich aufschäume! 

Und nein, die Spüle ist niiiicht von dem schwedischen Möbelhaus... hihi - doch.







Und ja, der Retro-Wasserkocher ist kitschig, aber unser weißer war ´putt, und es gab nichts anderes Erträgliches mit Thermometer. Das Flieder war übrigens als "Weiß" deklariert, dafür kann ich nichts. Ich finde es einfach fröhlich und die Kiddis wollten ihn behalten - ich bin ja gar nicht so.
Apropos Kinder. In dem antiken Brotkasten darunter sind all die drölfzig Eisförmchen für den Sommer. Darunter eine aus Resten zusammengebastelte Säule, die den ganzen Wasser-Anschlusskram verbirgt. 
An dieser Säule ist zudem etwas für uns ganz Besonderes zu sehen: An einer Stelle links ist Farbe ab - seht Ihr´s? Da wetzt der Hobbel immer sein Mäulchen dran, wenn er mir zeigen will, dass er "Hungaaaa" hat. 
Das ist für mich die schönste Patina ;)

Der Hängeschrank über der Spüle, aber na, das war ja auch so was. Beinahe hätte es den nie gegeben in unserem Reich. Nur die Beharrlichkeit der Königin, die hierfür sogar kurzzeitige Demütigung ertrug, hatte dieses hier möglich gemacht.
Ursprünglich war dies wohl mal ein Aufsatz gewesen. Ein Aufsatz eines wohl sehr alten und kleinen Küchenbüffets. Das Unterteil war allerdings nicht dabei gewesen.
Für nur 15 Mark war das Teilchen damals auf dem Flohmarkt zu haben. Mir wurde vom König und einer lieben Freundin VEHEMENT davon abgeraten ("NÖ!"), war es doch ein richtiges Tantenteil. "Das ist geschenkt noch zu teuer! Fünfzehn Mark ist auch Geld." Cremefarben war es, so richtig gleichmäßig neu gestrichen, es hatte enorm grausame Pseudo-Barock-Beschläge neueren Datums, furchtbar kitschige Säulen mit tiefen Längsrillen an den Türen, völlig überladen. Aber es war so richtig alt... Aus Rumänien. Zudem war es sehr wertig, die Rückwand zeigte sehr gedunkeltes dichtfaseriges Hartholz. 
Und insgesamt hatte das... sowas. 

Königinnen-stur nahm ich es trotz allem - unter lautem Protest meiner zwei Begleiter. Na, die würden schon sehen, diese Ungläubigen, dachte ich mir. 
Zuhause angekommen, versuchte ich dann zunehmend verbissen zwei Stunden lang diese Säulen glatt zu schleifen - unter den mitleidig belustigten Gesichtern meiner Zwei. Mein König weigerte sich tatsächlich, auch zu schleifen, aber er hatte mir zumindest das erstaunlich schwere Teil bis zum Auto der Freundin getragen. 
Aus Verzweiflung verspachtelte ich schließlich die Rillen, die noch immer ein wenig sichtbar waren, da das Holz so derart hart war, dass sie einfach nicht so ganz weichen wollten. Ich entfernte hierbei noch die Bling-Bling-Pseudo-Barock-Peinlich-Beschläge, ließ die Schlüssellöcher rudimentär unbedeckt..., 
und fortan war das Kerlchen verblüffend stimmig. 
Ich selbst war einigermaßen überrascht... ähm, will sagen, hab´s natürlich gleich gewusst, dass es soooooooo genau und nicht anders werden würde. Mein königlicher Spürsinn hatte mich nicht getrogen. 
Als der Hängeschrank zu guter Letzt gestrichen in neuem Gesicht verwandelt stand, erntete ich ebenso wohlwollendes wie auch völlig verblüfftes Nicken. 
Ich schenkte meinen Lieben ein huldvolles und sicherlich unerträglich selbstgefälliges Lächeln - und war unendlich erleichtert, mich doch nicht getäuscht zu haben.

Die Winkeleisen darunter, die ursprünglich feuervergoldet waren, gehörten übrigens gar nicht dazu. Ich habe sie separat erbeutet und sie würden den Schrank auch alleine gar nicht tragen - bei dem schweren Inhalt. Nein, der ist doppelt gesichert. Aber zusätzlich stützen sie, und ich fand, sie sahen soooo schön aus. Guckt mal im obigen Bild ihren Schatten an der Wand ;)

Hier nochmals in Nahaufnahme:



Somit war das Oben fertig. Fehlte noch das Unten.
Die Eisenkästen unter der Spüle waren ursprünglich einmal dunkelgrün (Holla, der Jäger). Sie waren aus einem Blumengeschäft in Frankreich, das die antiken Dinger nicht mehr wollte und an eine Bekannte verkaufte. 
Ich erwarb die ziemlich massiven Kästen, strich sie unregelmäßig und machte mir Schablonen (wie man das macht, klick). 

Das Brett, auf dem sie stehen, ist übrigens ein schnödes altes Billig-Bauholz-Brett, das ich strich und einfach quer auf die Seitenstreben legte. Das Ganze kann jederzeit weggenommen werden.
Es gibt solche Tische mit so einem Unterteil - ich weiß leider nicht, wie die heißen, wisst Ihr es? So Küchendinger, Ihr wisst schon..., die unten noch so ein "Geschoss" haben.

Doch zurück zu den Eisenkästen. Das Wort "fleur" geisterte mir durch den Kopf wegen des uralten Blumenladens, aus dem sie ja stammten. Da ging sofort das Kopfkino bei mir an. Hatte ich da nicht um die Ecke des Hôtel Du Palais damals auch einen solch alten Blumenladen gesehen? Ja, so mit Oberlichtern, ganz eingewachsen, der Laden ging ganz tief hinein in das Gebäude. Und vorne an der Straßenecke war alles voller dieser Kästen, jaaaaa. Und so ging mir erst "fleur" durch den Kopf, dann wurde "fleurie" daraus, das klang so fröhlich! 

Ich stencilte die Kästen, und fertig war der Stauraum für Handtücher, Lümpchen und Ersatzseifen.  
Eigentlich malt man eine hauchfeine, dunkle Linie an der linken Außenkante der Buchstaben wie einen Schattenwurf, eine Schattenkante, aber das sah dann aus wie ein verkapptes Retro-Reklameschild. Also machte ich das wieder weg - zu perfekt ist manchmal gar nicht gut. Hier war weniger mehr, und Retro genug fand ich es auch.







Und nun kennt Ihr auch unsere "Wasserstelle", die hier in einer Mischung aus shabby-antik und Retro ruhig ein wenig modern daherkommt. So ist sie hübsch und hygienisch, darf aber auch "Shabby" haben, ohne unappetitlich zu sein.

Habt es wundervoll, bis zum nächsten Küchenpost,

die schäumende Königin, die von Hand spült

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Freitag, Mai 23, 2014

Küche, die Zweite

Entrée de la Cuisine





Als Ihr den letzten Küchen-Post besuchtet, da sind sie Euch sicher schon aufgefallen, wenn Ihr sie nicht schon aus dem Magazin von der Jeanne D´Arc oder der Wohnen und Garten (auch diesen Februar) kanntet. Nein? Diese sprossenfensterigen Türlein? Nicht? 

Na denn, dann will ich einmal was dazu erzählen, vielleicht freut es Euch ja.  Wie Ihr ja nun schon wisst, hatten wir das Herd-Wand-Boden-Einbauküchenproblem gelöst. Mit Freude!
Doch noch ein Schwachpunkt bereitete uns bei dieser Küche wirklich Kopfzerbrechen. Etwas, das es galt, zu einem Plus zu verwandeln: 
Was bitte macht man nur mit einer solch breiten Türauslassung? Doch so einige cm breiter als eine normale Tür. Dieses Foto zeigt die Sicht außen vom Flur in die Küche. Die bereits erwähnte, kaum vorhandene Stolperstufe ist hier ebenso gut sichtbar:




Keine Tür. Hier war gar keine vorgesehen? Nein, keine Tür. Doch zwei kleine Kinder.... davon damals eines im gefährlichen Krabbelalter. Eine Tür musste also her. 
Hier aber würde nur eine ganz Breite passen. Doch wohin sollte die dann aufgehen, ohne im Flur alles zu versperren und im Weg zu sein, oder aber in der Küche eine halbe Wand wegzunehmen? 
Ja, guter Rat war teuer. Eine Extraanfertigung? Nein, wir hatten schließlich nicht im Lotto gewonnen. Diese Kassettentüren sind derart teuer, und dann sehen die auch nicht so schön alt aus wie die anderen. Und sie müssten zudem Fenster haben, das Licht würde sonst fehlen, das so schön in den Flur fällt. Eine Tür mit Fenstern also... groß und plump. Hm.
Es sei denn... 
... man nähme zwei extrem schmale hohe Türchen, die zusätzlich Licht in den Flur ließen! 
Und dann, so dachte sich die Königin... wäre diese breite Auslassung ja ein wahres Geschenk!!! Wer hat das schon?
Heureka!

Und die Königin ersann nicht nur die Lösung, nein, sie hatte ja auch noch diese zauberhaften, völlig demolierten, verzogenen schmalen Türen gefunden. Sie stammten aus einem dänischen Landhäuschen, das abgerissen worden war. Die beherzte Händlerin hatte sie gerettet, als sie oben auf dem Container lagen. Sie waren die Türchen zur Terrasse nach hinten zum Garten hin gewesen, das wusste die liebe Seele noch. 
Dem Zustand und Fundort nach gab sie mir die Türchen damals zu einem absoluten Spottpreis - war auch gut so, Weihnachten stand vor der Tür und wir waren... nicht so... nun ja, ein wenig knapp. 

Ach, ich hätte die Frau knutschen können!!! Karin, warum gibt es Dich hier nicht mehr? Little Chelsea, gleich hier um die Ecke, ich werde es nie vergessen...




Und dann wurden die armen misshandelten Kerlchen geadelt. Wir machten sie noch ein wenig schmaler und setzten nach oben ein wenig an. Dies verzapften wir gut und ersetzten die fehlenden Scheiben (vier der schönen alten Scheiblein waren nur kaputt).
Zum Schluss wechselten wir noch die Klinken aus. Hier haben wir schnell Abhilfe geschaffen - ein Händler, auf den hiesigen Flohmärkten ständig vertreten, handelt mit Klinken aller möglichen Epochen.
Und in akribischer Kleinarbeit und in königlicher Rage, mit Schnitzen, Dremeln und Schleifen (Oh, ich war schweeer bewaffnet, meine Lieben!) passte ich die Türen tatsächlich millimetergenau ein. Dass der König mich vorher bremsen wollte und sie partout nicht richtig einpassen konnte ("das geht nicht besser"), das erwähne ich hier nun natürlich nicht ;))

Ja, ich obsiegte. Die Türen sind zwar nicht schalldicht, aber fast! So können die Kinder schön ruhig schlafen, wenn wir noch in der Küche werkeln oder die Waschmaschine in der Kammer rumpelt. Und wir haben auf diese Weise ein Schloss mit Landhausatmosphäre. Das war unser Weihnachtsgeschenk an uns, und es fühlte sich auch wie Weihnachten an. Türchen wie aus einem Märchenbuch.


Den Feststellriegel haben wir in einem schnöden Bauhaus gefunden :))) Schrabbelig angemalt, angeschraubt, ein wenig in die Diele gebohrt, fertig.


Und hier nun, voilà eine echte Stufe - meine absolute und auch einzige Lieblingsstufe. Stufen aus Holz... haben sowas... Findet Ihr nicht?



Und mit Boden-, Wand- und Fliesen-Kachelborten-Veränderung nebst Türenproblemlösung haben wir hier immer so ein wenig festliche Stimmung. Das hat sich bewahrt. 
Der Alltag hat dann so etwas aus den alten Filmen - und wir leben mittendrin.
Doch nicht nur Kulisse schaffen die alten Kerlchen, auch kommen mit ihnen diese ganz speziellen Geräusche. Zum Beispiel, wenn der Riegel entriegelt wird, die Türen aufgemacht - ach, das hat Atmosphäre - wie wir das doch lieben.

Dass ich hier auch eine Schlacht gegen Raufasertapeten geschlagen habe... Nun, das ist banal und Ihr kennt das ja sicher, diese vulgären Spachtelstunden. Darüber schweigt die Etikette.


Noch aber gab es zu tun. Da mit der Zeit nämlich schließlich auch das zweite Kind aus dem Hochstühlchen mit eigenem Tischlein herausgewachsen war, musste auch hier wieder eine königliche Lösung her.
Doch unseren Tisch wollten wir dann doch nicht hergeben, der ist uuuuralt und hat steinharte Eichenholzbeine, die vor dem Streichen ob des Alters bereits schwarzbraun waren.
Wir hatten das Möbel von einem Flohmarkt in der Oberpfalz. Dort war Schneetreiben, die Preise daher supergünstig. Die Händler wollten schnell ein wenig einnehmen und dann noch schneller nach Hause.
Ich weiß noch, wie er dastand, unser Tisch. Mitten in den tanzenden Flocken. Wie aus einer alten Geschichte. Er war urururalt, arg zerwurmt, nur die Beine nicht - haha, zu hart. Zwischen den Leisten hing noch in sich zerfallender Rupfen in Fetzen.
Der König war erst nicht unbedingt begeistert, doch da wir einen Winztisch zuhause hatten, und uns der Platzmangel jedes Mal nervte, gab er sich geschlagen. Wir kauften ihn für 150 Mark. Damals sehr viel Geld, trotz allem - doch die unzerstörbaren Eichenholzbeine waren wirklich sensationell.

In einem Fiat Panda einer lieben Kommilitonin passte der schwere zerlegte Tisch dann gerade mal so rein, kein Sitzplatz mehr für mich. Ich räumte mich zwischen abgenommene Tischplatte und Holz-Beine. Nicht sehr verkehrssicher... Räusper. Und wie das so ist, da fuhr auf einmal ein Wagen der Polizei hinter uns, und ich ging tunlichst auf Tauchstation, zog schnell die stinkige Decke über mich und rührte mich nicht mehr.
Die Kommilitonin hatte einen Beardy (bearded Collie), der gerne im Hausbach badete (puuuuhhh...) - und dieses jenes, was ich da über mich zog, war die Hundedecke. Es war warm im Auto, die Heizung samt Gebläse lief auf Hochtouren, damit die Scheibe vorne nicht beschlug... Leute, das hat gestunken, ich hätte beinahe... aber sowas von...
Ja, das sind die Opfer, die man so bringt. Ihr kennt solch ähnliche Sachen sicher auch nur zu gut :)

Und nun, im Laufe der Jahre, ja, da war unser geliebter Tisch zu klein geworden.
Doch auch hier wurde der Königin ein Einfall geschenkt. So verlängerte der König versiert die Breiten rechts und links der Schublade, sägte also ein neues altes Brett aus und passte die Schublade ein. Parallel dazu wurde die hintere Seite ebenso verlängert.
Die Tischplatte wurde gegen eine viel größere aus kanadischem Ahorn (extrem hartes Hartholz) ersetzt. Ist schade, sieht noch so neu aus oben - doch in ein paar Jahren wird auch dieses Holz Spuren zeigen - und dann sind es unsere :))

Die alte Tischplatte, so hart und schwer wie Stein, sie lebt nun fortan auf unserem Balkon als Balkontischplatte weiter bei uns. Sie wurde ein wenig verkleinert. Ja, unsere Möblis wachsen manchmal mit uns ;)) und manche Teile schrumpfen und ziehen um.

Hier noch ein Vorher aus alten Tagen: Platz für drei




Voilà, Platz für fünf und nun viel bequemer




Man beachte die kleinen Bögelchen unten in den nun verlängerten Holzzargen rechts und links der Schublade. Da, die Unterkante davon, wo das Holz an die Beine grenzt. So ein kleiner Kniff, doch der ganze Tisch wirkt so viel stimmiger. So Zeugens zu entwerfen, liebe ich. Und der König liebt so etwas, Gott sei Dank, auch und schwingt dann gerne und stolz die Säge. Dann brechen wir noch die Kanten und die Königin beginnt mit Rolle, Pinsel und Schmodderkram die Verwandlung.

Hier endet nun der zweite Teil. Ich hoffe, Ihr kommt auch zum dritten Teil wieder. 

Alles Liebe Euch, habt es kreativ und wohlig,

Méa I, die seither hoch erhobenen Hauptes in die Küche steigt, 

da sie ja nun eine Stufe hat ;)



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