Mittwoch, April 30, 2014

Vorher-Nachher: Nur ´ne olle shabby Tür

Rohstoffe der eigenen Art


"Yess, was für ein Fang!
Diese Patina! Und schon weiß."
"Aber... ist doch bloß ne olle Tür?"
"Nei-en! Ist ein Schuhschrank für Nathanael, und überhaupt ´ne schöööne Reling fürs Gästeklo!"
" Hä?"


Ja, die erleuchtete Königin sah nicht das Vorher,






sie sah das Nachher:


In einer kleinen schattigen Nische des Flures steht nun ein Schuhschrank für meinen Sohn. Als Griff dient eine wunderschöne Fensterarmatur vom Trödel. Ah, schon wieder von meinen Lieblingshändlern...










Und nun stehen die Schuhe des Herren Prinzen auch nicht mehr herum.


Zudem ist ein Energieloch gestopft. Kennt ihr das auch? Manche Ecken fühlen sich einfach besser an, wenn da noch was steht. Ich mag sonst ja eher, wenn da nirgends was steht. Lieber luftig und leicht leben mit viel Lebensraum für Kreatives. 
Aber manchmal, manchmal muss DA WAS HIN.
Ja, irgendwie wirkt die Ecke nun behütet, ich kann das nicht in Worte fassen, vielleicht würde ein Feng-Shui-ler das ja können.


Geht man hier rechts hinein, landet man übrigens an meinem Bett. Sozusagen meine Einflugschneise ins Schlafzimmer. Der König dagegen geht durchs Wohnzimmer, hihi, schon witzig.

Wenn ihr wissen wollt, was aus dem Rest wurde, guckt mal in den nächsten Post. (klickt mal hier)

Ja, Rohstoffe dieser Art wie die kleine Bretter-Türe, auch Leisten und sonstige alte Bretter, oh, die kann man nicht genug haben. Die sind für uns wie ein Schatz.
Ein längst vergessenes Gerüstbrett zum Beispiel wurde zur kostenlosen Vollendung einer wahnwitzigen Idee:

Als die Méa nämlich wieder einmal so richtig schön gemütlich über den Flohmarkt schlenderte... und dachte, sie habe alles abgeklappert, da war da ein Stand mit unsäglichen Billigklamotten und... BOING!... zwei Eisenteilen davor.
Es waren riesige Winkeleisen, ihrer Funktion nach Vordachstützen. Eines Vordächleins über einem Hauseingang. Nun, das Haus gibt es nicht mehr, aber diese Stützen...

"Flurbank - ui, König, guck mal, ich hab unsre Fluuurbank gefunden."
"Ja, Flurbank..."
"Hörst mir gar nicht zu"
"Doch. Wo?"
"Na, daaaaaaah."
"Schatz, ich seh da zwei Eisenteile."
"Eben. Verstehste?"
Seufz. "Ne."
Königin, stolz: "Ja, UMDREHEN, ist doch sonnenklar - Brett drauf und gut is. Gut, ne?"
"Wie jetzt..."
"Och König, nu sach mal!"
"DIE DINGER SIND HÄSSLICH!"
"Galub mir, die werden grandios aussehen!"
"Ja, is klar. Nö."
"Ohhhh doch."
"Die sind doch eh viel zu schwer, wie wollen wir die bitte heimkriegen? Und wie sollen die bitte stehen?"
"Die kommen in Fußleiste und Wand."
"WIE?? Never."
"Abaaa da sieht das dann doch aus wie auf diesem Platz in Paris, auf der isle de la cité, nä? Weißt schon, dem kleinen süßen, mit dem alten Gebäude, wo der Aznavour oder wie gewohnt hat, ne, da waren doch diese Bänke, die Dir doch auch sooo gefallen haben... Und wir nehmen da ganz einfach zwei fette Holzstücke, an denen fräsen wir was aus, legen die ums Eisen, schrauben die an der Wand fest..."
"Ahh, ganz einfach, ja? MÈA, die sind HÄSSLICH! Und so, wie Du Dir das denkst, wird das MURKS. Das geht nicht."
Doch.



Und hier seht ihr das ausgefräste Stück Holz, das oben das Metall umgreift, wie es sich die Königin ausdachte und schön patinierte, als der versierte König es ihr zum Geschenk machte. Rechts und links gehen tiefe Schrauben hierdurch in die Wand:





Übrigens, supergünstig waren diese Eisenteile auch noch - vielleicht, weil mein König so rumgeeiert hatte und deutlich zeigte, dass er sie nicht mochte, hihi.
Und was sagt er heute dazu? Er war BEGEISTERT! Und ist es heute noch. Und er findet sie tatsächlich wunderschön und ein Meisterwerk der Schmiedekunst.
Juppiiie :)

Murks ist es übrigens auch nicht geworden, die Bank ist absolut stabil.
Man kann auch drauf herumstehen - hat zwar keinen Sinn, dort drauf herumzustehen, aber es geht wunderbar. Kein Problem.
Und die wackelt nicht, verrutscht nicht, nimmt kaum Platz weg - gut is.

Und was das jetzt alles mit dem Gerüstbrett zu tun hatte? Wir fanden es längst verwaist, herrlich ausgeblichen und richtig schön dick - so ein eins wölbt sich nicht, das hat Wind und Wetter getrotzt. Wir legten es auf die Bank - passte perfekt. Noch festgemacht, und fertig war die "französische Parkbank" im Flur. Heimkommen, draufsetzen, Einkaufstaschen neben sich, einen Moment verschnaufen, Schuhe ausziehen... Sag ich´s doch :))

Und überhaupt, RAHMEN, das ist auch so was. Mönsch, ja, der muss hier noch mit. Den haben wir mal für 60,-- Mark bekommen. Aus Sachsen war der Händler.



Wir haben diesen Rahmen, weil er so dünn war, erst mal auf eine Holzplatte gesetzt. Den Spiegel haben wir neu bestellt und dazwischen festgemacht.
Somit hatten wir eine Türe für einen Schuhschrank, der nun am Eck unseres Flures steht, und alles erhellt, da er von irgendwo immer irgendwie Licht bekommt, das er umlenkt. So wirkt alles viel heller und freundlicher.
Dahinter ist einfach ein Regal, aus Resten zusammengezimmert. Ein wenig haben wir oben gesägt, ich entwerfe doch so gerne, ein paar Leisten hatten wir auch noch übrig, die kamen dann an die Stellen, wo es gar zu sehr zusammengestöpselt aussah (an die Übergänge vor allem).
Zur Wand hin (das ist ein genialer Trick) haben wir diesen kleinen Einbau mit Silikon überbrückt. Das springt über die Jahre nicht, man kann es streichen, und man hat nicht diesen nervigen Spalt. So strahlt alles Ruhe und Ordnung aus. Oben habe übrigens ich meine Schuhe, unten Prinzessin Großfuß. Der König hat dafür den Lamellenschrank neben dem Entrée (nicht mehr auf dem Bild).

Voilà.


Und da sitzt der heimliche Pascha unseres kleinen Reiches und bewacht sein Bett. Wenn er nämlich nicht AUF meinem Kopf schläft, dann nächtigt er im Puppenwägelchen aus dem Biedermeier. Nein, ist nicht für den Blog erfunden, er und seine Schwester haben nämlich damals die Puppen meiner Tochter kurzerhand hinausgeworfen und kuschelten seitdem dort. Meine gutmütige, fürsorgliche Faye hat es ihnen überlassen, zumal sich die Katzis soooo gerne damit herumfahren ließen, auch wenn es noch so in den Achsen quietschte. Hobbit kaut dabei übrigens gerne auf einer alten Möwenfeder, aber das nur am Rande.


In diesem Sinne,

à bientôt,

die Königin, die gar kein Französisch kann








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Sonntag, April 27, 2014

Lüster, Trödel, Sensationen - ein wahrhaft königlicher Flohmarkt

Französischer Flohmarkt in den königlichen Jagdgründen

Ja, man hatte zur Jagd gerufen. Der König und die Königin machten sich auf, nebst ihrem zauberhaften Besuch, der königlichen Regentin Regina des hessischen Reiches und der stürmisch leidenschaftlich und so mitreißenden Justys, der Unerschrockenen Herrscherin des bremischen Nachbarreiches, die spontan auf ihrem modernen Fahrtgerät, einem Vielspänner, angereist war.
Und es fanden sich Händler ein aus Frankreich, aus Ungarn, aus Heimatgefilden, die Sonne schien... Und die ohnehin ächzenden  Staatskassen, ohoh, sie sind nun leer ;)



Ja, mit unseren lieben Freundinnen legten wir los. Der Wecker wurde kompromisslos auf Fünf gestellt, um nur ja nichts zu versäumen, und bei herrlichstem Sommerwetter hörten wir es bald, dieses unverwechselbare Konzert des Flohmarktaufbaues.
Metallstäbe, die zu Boden fallen, das Schleifen schwerer Kartons, die über den Boden gezogen werden, Lachen und Schimpfen, und das schnelle Laufen von Füßen - auch unserer. Im Laufschritt hin zu den "hot spots", ja, daaaa hinten, wo die guten Stände stehen, schnell schnell, sonst schnappt uns jemand die besten Sachen weg!

Angekommen im Zielgebiet stand da zuverlässig ein lieber Bekannter. Ein Händler aus Paris, und er hatte wie erhofft... genau das, was sich unsere Freundin so sehnlich gewünscht hatte. Einen französischen Stufenleuchter, einen mit Verve, tatsächlich, mit getönten Prismen, ein wertiges Prachtstück. Diese Form nennt man Cage.







Der frühe Vogel fängt den Wurm - in diesem Fall ein Vogelschwarm (wem hier nun aufgeregtes Gackern in den Sinn kommt... also bitte!). Ja, bevor der Händler noch aufgebaut hatte, da war die königlich-hessische Beute geschlagen. 



 Gespiegelte königliche Beratungen in passendem Rahmen 


Doch zunächst war die Freundin völlig überwältigt, noch einigermaßen außer Atem ob des Exercitio Méas, des Feldwebels ("loooooos, da können wir nachher noch, is nich so dolle, gibt´s immer wieder, glaubt mir, da hiiiinten müssen wir hin, da sind Kilian und die anderen Franzosen, setzt euch in Trab, Mädelz!!! Wir müssen genau ans aaaandere Ende…").
Ja, die Arme hatte aufgrund des Fundes beinahe einen kleinen Schock, und es dauerte noch eine Zeit, bis sie den Schatz hob. Man bekommt ja nicht oft die Gelegenheit SOWAS zu sehen - und dann auch noch derart erhalten, mit Broncegerüst, wundervoll dunkel angelaufen. Ja, so einige Zeit wurde beratschlagt, schließlich war das nicht irgendein Fund!

Und weiter ging es, denn Justys, die nun in beglückter und uns höchst beglückender Laune war, vertraute ihrem guten Spürsinn. Während noch Geschäfte und Überlegungen seitens Regina getätigt wurden und ihr mein König ritterlich zur Seite stand,
zog das zweite Gespann in fröhlicher Jagd weiter.
Vieles wurde gefunden, das Beste davon ausgewählt, und weiter ging es, und weiter... und weiter...



Eine gewisse Zufriedenheit der Mienen ist nicht unbedingt zu verleugnen.



...bis man wieder mit dem König und der dritten Regentin zusammentraf, die weitere vergnügte Jagd gemeinsam fortzusetzen. Ein zweites Lämpchen wurde gefunden und vervollständigte für Justy ein Pärchen, deren Laune nun noch weiter gestiegen wäre, wäre sie denn nicht ohnehin schon voller Freude gewesen.



königliche Freude königlicher Freunde


Und weiter ging es, Leinen und Faiencen aus der Bourgogne wurden gehoben, Seidenquasten, Marseiller Seifen... 
Regentin Regina kleidete sich passend zu ihrer wundervollen Augenfarbe neu ein.
Einige Möbel wie zauberhafte Fauteuils (etliche Stühlchen-Sesselchen ebenfalls aus Frankreich, siehe zwei auf erstem Foto) mussten aufgrund des Transportproblems (wir waren schließlich nur leicht beritten...) leider zurückbleiben - und das war nicht das Einzige.
Doch das trübte die Stimmung nicht, denn schließlich und endlich fand Königin Méa und der König dann doch noch den ersehnten Spiegel für die Schlossküche - der eigentlich Zweck ihres Aufbruches gewesen war.



königliche Auswahl der lieben Regina


Ein allerliebstes Geschenk meiner Justys,
Danke, Du Liebe, hast mir die schönste Deiner Seiflein geschenkt! Ich freu mich ja so sehr, was für eine Patina!
Die Kinder wurden noch reich beschenkt, das ließ sich widerum die fürsorgliche Regina nicht nehmen.


Eines meiner Beutestücke

Hier der Spiegel. Wer nun hier und jetzt ein mitleidiges Grinsen um die Mundwinkel verspürt, ha, abwarten - denn der kennt die Méa doch noch nicht. Was ich aus DEM mache, HA! 
Ja, was? Keine Ahnung - das dauert noch. Aber eines weiß ich - der wird großartig!  Hat er mir selbst gesagt! Uuund dass ich den natürlich hochkant verwenden werde, ist ja wohl gaaanz klar.




Wenn der König nun aber meint, naja, da machen wir den Außenrahmen halt ein wenig dünner und streichen und patinieren den, oh je, so einfach wird das nicht. Er hat noch gar nicht realisiert, dass, nimmt man den Spiegel hochkant, der rechte innerste Holzstreif ein klein wenig breiter ist als der linke, nä???

Der liebe Pariser Händler hatte übrigens ein Einsehen gehabt. Er transportierte unsere Sachen schließlich zum königlichen Schloss und mit seinem lieben Besuch am Abend - wir erfuhren so einiges äußerst Wissenswerte - klang der Tag dann zauberhaft und äußerst informativ aus.


königliches Zwischenlager an belgischem Schloss-Shutter

Und ein kleiner Gast verließ dann unsere Gefielde, da die Freundin sich dann noch in eine kleine Elfe verliebte und sie umgehend erwarb.




 Und mit der kleinen kichernden Elfe endet der Bericht mit Kusshändchen,

das königliche Paar ruht sich heute aus,

Eure Méa aus der Schatzkammer

Nachtrag: 
Um Justys herrlich amüsanten Post zu diesem fröhlichen Tag zu sehen, könnt Ihr hier klicken - und unter anderem ihre sagenhafte Quasten-Beute grandios in Szene gesetzt bestaunen.



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Freitag, April 25, 2014

Du kannst das eben

Einfach können





"Wo kriegt man denn SOWAS her?"
"Naja, das war nicht so von vornherein, das hab ich ein wenig verändert..."
"Jaaaah, Duuuu, Du kannst das eben."
 Kann ich? Das ist ein Satz, den ich immer wieder höre. Doch irgendwie stimmt der nicht. Méa, die Grandiose, die mal eben im Handumdrehen... Ha, na das wäre ja toll. UI, ja, die TOLLE Méa, hahaha. Bin aber nur eine ganz normale Méa. 
Nein, es müsste heißen, Du machst das eben. Weil ich vielleicht ein wenig... verrückter bin, ja, das isses wohl.
Man sieht ja in den Posts nur immer das, was geklappt hat. All die vielen Schritte, das NICHT-LOCKER-LASSEN, das Nochmal und Nochmal, auch manche Wutausbrüche und, ja, auch manchmal Tränen und der Gedanke, "warum tu ich mir das eigentlich an, bin ich bekloppt??" All das sieht man dann halt nicht. Man sieht nur das Gelungene. Weil ich vorher nicht aufhöre. 

Ja, durch Trauen zwinge ich mich dazu, etwas zu können. Und dann kommt die ganz große Freude und ein Stück, das ich nie mehr austauschen möchte, es sei denn, ich schenke es einem allerliebsten Menschen.
Was ich aber mache, das gucke ich mir von den echten alten Teilchen ab. Und da sehe ich genau hin, höre den Händlern zu, die oft richtige Fachleute auf ihrem Gebiet sind. Ohne diese antiken Stücke, die allesamt zu wahren "Studienobjekten" werden, wäre ich ohnehin auf verlorenem Posten gewesen. Und ohne all die Recherchen bei Tante Google.

Im Fazit glaube ich, dass wir alle "können können". Man muss nur ein ... Nagezahn sein, der nicht locker lässt.
Und ich habe da was gefunden, das dies verdeutlicht, denke ich.

Aaaalso, das war so ;)... 
Mein König und ich sahen in unserem Studienort in einem STOFFLADEN zwei allerliebste Rosenstühlchen. Frisch verliebt waren wir ohnehin in unserer "Röschen-Phase". Die Stühle waren in diesem unpassenden Laden in Kommission gegeben worden, und sie waren uralt. 
Nun hatte ich gelernt, dass diese Kugelrosen, die da auf den Stühlchen waren, typisch für´s Biedermeier  sind. Und das Holz war wunderschön, herrliche Patina. Unten geguckt waren da alte Gurte gespannt und ein wenig Stroh der Polsterung ragte hinaus. Ja, richtig alt. Aber wunderbar erhalten. Kein Holzwurm (Ein Tipp: Immer auch von unten gucken! Das ist oft seeehr aufschlussreich über etwaige Bewohner).

Mit der Zeit aber wurde alles heller in unserer Welt, viel wurde geweißelt... und das Braun der Stühle störte immer mehr.  

In einem jähen Anfall - ich hatte dafür eigentlich gar keine Zeit, der König war aus... da traute ich mich. Ich begann, die Stühle zu entweihen. Weiß-Grau, so antik franzööööösisch, hmmm, ja das wäre die Farbe dafür, nicht wahr? Erst mal nur einen... 
Und ich sag es Euch, ich hab den wertvollen Stuhl ja SOWAS von versaut! 
Zum Schluss nach etlichen "Arbeitsgängen" hatte ich ganze Arbeit geleistet. Und nun glänzte das auch noch, als wäre der Stuhl aus Plastik! Wenn das mein König sähe, oh, da wäre er aber traurig! Und das geht ja gar nicht. Er hatte mir ohnehin eh abgeraten!



Und so schliff ich das klebrige Geschmiere so gut es ging ab, und musste einsehen, dass die Katastrophe geschehen war. So richtig weg ging das nicht mehr. 
Nach Heulen und Zähneklappern atmete ich durch. Und dann holte ich - ohnehin in Zeitnot - die Marie Claire Maisons raus, die Coté Suds und Ests und wie sie alle heißen, und guckte genauer. Und ich probierte. War ja nun schon eh egal. Strich nochmal. War schon besser..., aber immer noch scheußlich... 



und nochmal... und nochmal...
Ich lernte, zu WARTEN, bis Schichten trocken waren, und ich tröstete den König, dass das gaaanz dolle werden würde. Und er glaubte mir. 
Schließlich hatte ich es raus. Aber fragt nicht, nach wie vielen Versuchen. Heute habe ich einen Trick, ich mach sowas im Handumdrehen. In einem einzigen Rutsch - brauch gar keine Schichten mehr. Nix mit Schleifen.
Das mit dem Polstern später, uiii, das war dann auch noch sowas. Aber das wird hier nun zuviel, das gibt einen anderen Post. 

So, und nu die Zwillinge, Applaus, Applaus 
- und merkt Ihr´s? Ja? 
Ja, die sind noch handgemacht, die Kerlchen, und der eine ist ein kleiiiin wenig kleiner als der andere.








Ihre Berufung ist übrigens königlicher Seidenquilträger. Abends haben sie dann frei.



Die Stühlchen wurden übrigens später sogar einmal für ein Fotoshooting gebucht, wir hatten hier bereits so einige Aufnahmen in diesen Räumen. Models hüpften davor herum - der Fotograf aber, der machte tatsächlich ein Portraitfoto von den beiden Biedermeiers, die nun so ganz anders daherkamen. Und er seufzte: "Ja SOWAS würde ich auch mal gerne finden, DIE sind ja unglaublich. Ich hab so ein Glück aber leider immer nicht. Solche Weißen wie die, mit richtig altem Lack, mit solch einem Bezug, die suche ich schon lange. Kann ich die abkaufen?" 

Und die Méa, die grinste, schüttelte den Kopf und dachte sich ihren Teil.
Und der König... war hochzufrieden und freute sich königlich :)


Also Leute,

wir haben´s drauf, und zwar wir alle!


In diesem Sinne, bleibt wagemutig,

Méa, l´audacieuse

Nachtrag: Jahaaa, und guckt mal, was ich hier gefunden habe. Der allererste und vergebliche Lüster-Drahtversuch meines Do-it-yourself-Lüsters (klickt mal hier). Glaubt Ihr mir jetzt? Die Méa konnte NIX, gaaar nix konnte die Méa ;)




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Mittwoch, April 23, 2014

Drama Queen II

Drama-Queen II

Eigentlich haben wir ihn den "Kubaner" genannt, also eigentlich wieder mal ... ein Drama-King. Ein echter Kerl.


Er erinnert uns an Havanna, ja, uns beide, meinen König und mich. Unabhängig voneinander. Keine Ahnung warum, wir waren beide nie dort, immer nur in unserer Fantasie in Bildbänden und Fernsehberichten... 





Ja, hier hätte er hängen können. In dieser Eingangshalle...





Dass der Lüster uns an dieses Flair erinnert, liegt wahrscheinlich daran, dass man ihn sich nun, da er umgestylt wurde, in so einem historischen kubanischen Haus mit Vorhalle vorstellen kann. So einer typischen Halle, ewig hoch, zweistöckig, mit riesigen bonbonfarben gestrichenen Säulen.

Den Versand und den Ärger und das Bangen, ob die Dame, die ihn uns verkaufte, das nun tatsächlich tun würde (versenden - wollte sie nämlich plötzlich doch lieber nicht, der sei zu schwer und der Preis ein Witz gewesen...), das lassen wir hier lieber. Wir sind ihr unendlich dankbar, dass sie es dann doch tat. 

Hier habe ich noch das ausgedruckte Angebots-Foto gefunden. Damals habe ich gehofft, dass das Kerlchen (bzw. Kerl -1,25 m Länge!) das war, für das ich es hielt. Nämlich, dass sich hinter dem Schrottleuchter ein Juwel verbarg.




Der Gute IST aber tatsächlich rasend schwer. Die Broncereife allein! Und die Elektrifizierung, schwerstes Kupfer. Als die ungeduldige Méa ihn auspacken wollte, fiel sie mit ihm sogleich vornüber hinein in die Kiste. Aber auf den König warten? WARTEN??? Ich... 
Also, wenn es etwas gibt, was ich NICHT kann, so gar nicht (Jacqui, das wolltest Du doch wissen, hihi): Betten machen, dass sie auch wie gemacht aussehen, etwas, egal was, zusammenlegen, etwas einpacken und.... WARTEN! 
So hievte ich Königinnen gleich den Lüster heraus, einen Lüster, der vielleicht halb soviel wiegt wie ich, gefühlt aber ebenso schwer (guten Zentner) und kaum kleiner ist.
Leider hat das keiner gefilmt - alleine die Tonspur hätte sicher für wohlwollendes Amüsement gesorgt.

Und da lag er dann, vollends zerschossen, ein Drittel Behang fehlte, die Reife, ohhhh, innen unten DURCHGEBROCHEN. Später am Tag kam der unverdrossene König auf die geniale Idee, sich davon nicht in der Contenance, räusper, stören zu lassen und den Reif  vor und nach der Bruchstelle zu durchbohren, damit ich ihn mit festestem Draht zusammenweben kann -  es hat absolut funktioniert!



Die obere Corona haben wir abmontiert, sie war viel zu viel für den Raum, in dem er aber nun einmal hing,  ja, und natürlich haben wir das aufgehoben. Die Elektrizität allerdings, boaaaaaaaah, mein armer König. Doch virtuos  und in nicht einmal einer Stunde (CHAPEAUX!) hatte er sich dann doch noch nach plebiszitärer Nötigung  ins Zeug geschmissen und aus drölfzig Brennstellen dreie gemacht ("oooch, Schatz, ich weiss ja, Du hast keine Zeit... aber das dauert sicherlich nicht sooo lange und Du kannst das doch sicher, auch wenn Du eigentlich keine Ahnung von Elektrik hast, bist doch soooo genial und auch schließlich mein König..., den ich dann natürlich uuuumsooo mehr anhimmeln werde, weil Du dann ja auch mein absoluter Held bist..., mein Wuuuunscherfüller"...)






Dann aber musste die Königin ran. Au weia! Los ging es ans Renovieren der gebrochenen Ketten und Reife.
Nie hätte ich diesen Irrsinn unternommen, nie auf einen solchen Leuchter geboten, hätte ich nicht eine riesen Plastiktüte voll genau dieser Perlen gehabt. 

Jahre zuvor nämlich, noch in meiner Studien- und Hamsterzeit, da war ein Händler auf einem Groß-Flohmarkt gewesen. Der hatte einen Anhänger. Der Boden des Anhängers war dreckig und voller Strohreste. Diesen Vormittag damals verbrachte ich auf diesem Anhänger. Der Händler hatte mir nämlich gesagt, ich könne da Perlen rauspulen, Glasperlen für Lüster, pro Kilo 5 Mark. Und diese Perlen waren aus einer alten Glasfabrik, aufgelassen und sie lag in... Böhmen. Oha!  Hatte ich am Ende Alt-Gablonz gehört? Oder es mir nur eingebildet? Uralte Kristall-Perlen aus Böhmen, besser geht´s ja nicht, dachte ich mir damals, und schließlich hielt ich dann diese volle Plastiktüte in meinen vollkommen verschweinerten Händen und strahlte, über und über voller Strohreste. 
Und Wahnsinn wird eben manchmal doch belohnt:
Jahre später - ach, das glaubt ihr mir nun sicher nicht, aber ich schwöre Euch, es stimmt - passten eben diese IDENTISCHEN Perlen bis auf die letzte klitzekleine Staubperle oben in die Lücken des Lüsters. Er war vollständig, und diese Tüte, sie war leer!!!
Ist das zu toppen???

Dann allerdings, ohoh, er sah aus wie aus einer deutschen Epoche, die es nie hätte geben dürfen. Ihr wisst, was ich meine. Unten praktisch eine Glasschüssel, dicht an dicht gepresster fetter Perlen. Das sah so übel aus, ich  hab das leider nicht mal fotografiert. Ich war völlig down.

Da  aber, hah, entsann ich mich eines Buches, das ich nur wegen des Covers kaufte und darüber lernte, dass Trödel fortan "shabby chic" war ;) Ihr kennt es sicher alle - Rachel Ashwell, nääää?


Den Anklang an den anderen Leuchter, diesen göttlichen, göttlichen Wandleuchter, habt ihr schon sehen können, klickt mal: Der arabische König... 
Es ist schon seltsam, so viele Jahre hab ich immer wieder auf dieses Cover geguckt, seufzend, und dachte bei mir, dass ich an SO ETWAS nie rankäme. In der heutigen Zeit vor allem, in der solches wieder chic ist. Shabby chic.

Nun, aber da, da ich wieder auf dieses Bild guckte, ja da, da hab ich´s getan. Ihn begangen, den zweiten Frevel. Das Sakrileg, diesen historischen Lüster der Hälfte seiner unteren Etagen-Reife zu befreien. 
Ja, ich nahm mir die Frechhheit heraus und machte ihn unten luftiger. Mein König war vollkommen entsetzt ob des Bruches der Etikette... Aber wirklich gut fand er die erste Version auch nicht. Also nochmals ans Werk, uff. 
Ich entwarf längere "Tropfenfäden", orientierte mich hierbei an besagtem Buchcover und drehte und drahtete ohne Pause stundenlang...

Eh voilà!



Hihi, ein wenig wie ein erstarrter Duschkopf, nicht? Erstarrt in der Zeit, weil ja die Wassertropfen nicht fallen.

Und Abends? 
Hooooooooooohhhhh, BIIIIG DRAMA!





Dies, meine Lieben, ist kein Fotoshop-Effekt. Das macht das Ding selbst und noch viiiiel schöner und dramatischer. 

Doch nun musste ich noch ein anderes Problem lösen. In unserem Schlafzimmer hatte so ein HIRSCH von Vorbewohner nämlich die Stuckrandole weggemacht!  Und oben an der Decke sah es also so aus - open electricity, au weia...



Tipp für verloren gegangene Randolen, hahaha:

Man nehme den Lillifeepartyteller, der immer noch von den Kleinkindgeburtstagsfeiern übrig geblieben ist, 
kleckse Wandverputz aus der Tube drauf, schnippele sich einen Eisbecher zurecht, klebe den drunter fest, verschmiere auch den, vor allem an der Klebestelle, verkünstelte sich in Pseudo-Ornamenten ("Maler Klecksel", man darf da nicht genauer hinsehen), dann kam noch Dispersionsfarbe drauf, ein wenig Patina, und fertig war die Illusion. Brüller, oder?



Übrigens gibt es das Wort Randole so gar nicht, Rosette finde ich aber... na jaaaaaaaaaa.... ;), schließlich bin ich ja Königin eines kleinen Reiches...

Und so haben wir nun DEN Shabby-Leuchter, unseren Brasilianer, und mein König ist stolz und findet das alles seeehr standesgemäß, wenn wir des Abends geruhen zu ruhen ;)

Und das war´s für heute, 

Méa, die brasilianische Königin !



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Dienstag, April 22, 2014

Vorher-Nachher: Eine vintage Traumkonsole


Platzhalter und Erlösungen


In diesem Post geht es um Geduld. Die muss man haben, ja. Muss man. Aber bis dahin... uff, nein das liegt mir einfach nicht, das Warten.
Und so gab es in unserer Wohnung immer noch zwei Platzhalter, stellvertretend für das, was wir immer noch nicht fanden. Mittlerweile schon so lange, dass wir ohnehin dachten, es niemals zu finden. 

Ja, vor kurzem noch, da stand in unserem Flur ein Tischlein so fein… nur dass man sich dauernd daran stieß. 
5 cm tiefer als der, der nun dort steht. Man glaubt nicht, was so ein paar klitzekleine cm in der Raumwahrnehmung ausmachen können. Irgendwie kam man immer dran, und fest stand das Tischlein auch nicht, da die Fußleiste derbe im Weg war.

Nein, das Tischlein war nicht artgerecht untergebracht. Aber es passte damals so gut zu unserem Platzhalter-Spiegel.
Beim Einzug damals, guckt mal, da war´s noch so richtig rummelig bei uns. Und da, der braune Boooden, würg, der war dicke voll mit Klarlack. Bis wir DAS abgeschliffen hatten! Und alles in allem war das früher alles zu bunt, zu überladen, nervig unordentlich und unübersichtlich, wie ihr seht.

 

Aber zurück zum Platzhalter-Spiegel.
Damals hatten wir aus Not das uralte, schwere Stuckornament, das jetzt in unseren Kamin integriert ist, oben aufgesetzt gehabt. Es sah sehr ungekonnt aus, aber es erinnerte somit zumindest entfernt an das, was wir uns wünschten. Einen "Barocki". 

Als wir unseren Barocki dann tatsächlich und wahrhaftig fanden, hatten wir allerdings erst noch gehörig "Ladehemmung", ja, wir waren einigermaßen überfordert. Wir sahen den Spiegel vollkommen unverhofft in einem Laden (auch noch günstig!), in dem wir so ein Stück wirklich nie erwartet hätten. Barock, klaaar. Wir dachten, der liebe Bekannte, dem der Laden gehört, mache einen Witz! 
Auch hatten wir für "sowas" gar kein Geld über, auch wenn es noch so günstig war. Man hat NIE Geld über, aber besonders, wenn einen das Schicksal so unverhofft trifft, wie mit diesen Edelteilchen. Das ist immer so. Bei Euch auch? Dachte ich´s mir doch.

Nun denn, als wir nach Hause kamen (ohne zu kaufen), lachte uns der Platzhalterspiegel aus. Ja, das tat er. Laut!
"Sieht besch... aus so", kommentierte der König äußerst unstandesgemäß aber treffend trocken. Die Königin zögerte noch: "Ja, meinst Du... wir sollten? A-Aber jetzt ist der doch bestimmt weg!!! Wir Trottel!" Ja, auch die Königin vergaß die Etikette. Das königliche Telefon wurde geschwungen, eigentlich war der Laden schon geschlossen, aber die Königin hatte die Handynummer.
Und der Barocki, er war... noch da.

Das bombastisch schwere harthölzerne Teil mit original altem Spiegelglas wurde von mir später hinterrücks untersucht und fassungslos als echt identifiziert. Nun ruht es edel auf einer Leiste. 
Nur einfach aufgehängt, würde es ein Loch in die Wand reißen.

Ja, unser uralter Entrée-Spiegel, ein Zufallsglücksgriff, den wir bis heute noch nicht so ganz verkraftet haben – und er passte auch noch exakt in die Wandnische. 
Ich musste ihn nicht verändern. Nix. Gar nicht. Überhaupt nicht. Fassungslosogkeit breitete sich darüber im königlichen Heim aus. Gekauft und passte!!! Ja, so darf´s halt auch mal sein.

 Seine Ornamentik ist hier im Flur wohltuend, da wir dort keinen Stuck haben. Und die kleinen Lepraflecken, vom Zahn der Zeit in die Silberbeschichtung gezaubert, ahhh, die mögen wir so sehr. 




Doch nun, wie das so ist, passte unser liebes kleines Im-Weg-steh-Tischchen so gar nicht mehr. Es war zu schmal und zu tief. Nein, zu diesem Spiegel MUSSTE eine Konsole her. Aber sucht mal ´ne schöne Konsole. Eine, die nicht eeewig zu teuer ist, eine, die schön geschwungen und NICHT überladen ist, von den Maßen her passend… Ihr kennt sowas sicher - Mission impossible.




Und dann, an einem wahrhaft bekloppten Stand am Flohmarkt, da sah ich diese Beine, separat die Tischplatte, murmelte „Konsole…“ und mein König wurde zum lebendigen Fragezeichen. 
Das Holz war neu und schlecht, ja, unter aller… Ihr wisst schon, … und viel gelblicher als auf dem Foto unten. An den Beinen war es gerippt wie Rippenstrick, also tief gefurcht. Das kommt, wenn neues Holz auf alt gemacht werden soll, das wird dann oft gesandstrahlert - nur bringt das bei billigem, schnell gewachsenem Weichholz nüscht, da die harten Stellen dem trotzen und das Weiche sich zu schnell davonmacht. 
Meine Grundmasse nach eigenem Rezept für die Skulptürchen aber war hier die Rettung. Sie wird härter und ist durabler als Holz und arbeitet genauso mit, springt also nicht, da sie zum Teil selbst aus Holz besteht.
Flugs verspachtelt und geschliffen, uii, da war der Asia-Fehlproduktions-Tisch schon ganz anders drauf.

Dann die hinteren Beine. Amputieren. Zu viel, diese vier. Der König war entsetzt – seine Königin wollte das arme Kerlchen amputiert haben? Guillotiniesiert ;)?
„Jaaa, mein König, vive la révolution!“

Äußerst widerstrebend tat mein König mir den Wunsch, er tat es aus Liebe, und ich war tres amusée, denn nun sah es wirklich richtig gut aus. Und praktisch muss man ja schließlich auch denken, man kommt nämlich genau mit dem Staubsaugerfuß unten entlang. 
Und der König hauchte: "Tatsache - da hast Du echt mal wieder Recht gehabt."
Voilà. 



Nur eine Schublade für laufende Post, Wechselgeld und Co., die fehlte ja nun - und zwar sehr. Daher kaufte ich für beinahe lau eine kleine grüne Schachtel mit Klappmechanismus, der den Deckel aufstehen lässt, wenn man denn will. Das Schloss reparierte uns der Schlüsseldienst um die Ecke und schenkte den „zwei Verrückten“ auch noch einen alten kleinen Schlüssel dazu. 


Nach dem Feinschliff malte ich nur die grünliche Farbe über, bemalte die Kiste also regelrecht, und ließ dabei das Holz so, wie es war. Ich dunkelte es dann nur noch einmal mit Schwarzbraun ein wenig nach, da es zu gelblich schimmerte.
Das Kistlein aber sah nun ein wenig… ja, fade aus. Ohne Geheimnis. Und so tue ich seitdem so, als sei das eine alte Theaterkasse. 
Ich gab im Computer das Wort „vignettes“ ein, „billéts“ wäre allerdings auch schön gewesen, und zauberte einen filigranen Schriftzug.

sooo, und nun ein Tipp für Schablonen:

Man wählt Schriftgröße und Schrift (geht gut aus dafont, die haben wunderschöne) und druckt das Wort oder den Text aus. 
Dann mit wasserfestem Stift abgepaust auf eine Klarsichtfolie (die labberigen sind im Kleinen besser als die steifen), und dann kommt die Fleißarbeit mit einem Skalpell. Ausschneiden, und vergesst nicht, kleine Teile stehen zu lassen bei manchen Buchstaben, da sonst deren Innenleben rausfällt. Was ich meine, merkt ihr schnell beim Tun, ein wenig Tesa hilft dann, diesen Schaden zu beheben ;)


Zum Stenciln, also dem Auftupfen der Farbe, nehmt ihr am besten einen alten, nicht mehr so schönen Pinsel und schneidet die Spitze bis zur Hälfte ab.
Oder ihr kauft einen Stencilpinsel. Oder ihr nehmt wie ich in diesem kleinen Fall… ein schnödes Wattestäbchen.
! Wichtig ist beim Stenciln, regelrecht durchscheinend aufzutupfen, mit beinahe trockener Farbe !
Zu viel Farbe, und es verliert es den Zauber, zudem verläuft die Farbe unter der Schablone. Also langsam an das Ergebnis herantasten und die Schablone GUT fixieren. Besonders wichtig für Ungeduldige (ne, Nadjalein?;)



 Und so sind wir nun hoch zufrieden, es ist ein passendes Ensemble geworden, ohne spießig zu wirken. Es sieht nun aus, als hätten die zweie hier schon immer zusammengehört :), und keiner stößt sich mehr am zu tiefen Tischlein, das nun bei einer ganz lieben Lady wohnt, bei der es nicht mehr herumgestoßen wird (liebste Grüße an Nicole).

So, ihr Lieben, das war es hiervon,

bleibt unverzagt,

Méa, deren Entrée nun von Adel ist